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Star Trek Into Darkness 2013
[...]Mit Benedict Cumberthreat und seinem John Harrison bekommt „Star Trek Into Darkness“ schließlich ohne langes Zögern sein röhrendes Plottriebwerk eingebaut, die Anschläge der Ein-Mann-Massenvernichtungswaffe treffen die Föderation hart und unerwartet und sorgen für den schnellen Wiederabriss und Neuaufbau einiger Handlungspunkte. So verliert Kirk sein Kommando über die Enterprise nur für ein paar wenige Leinwandminuten, ehe die Situation ihn auf die Brücke zurück katapultiert. Der Trip Into Darkness legt einen Warp-Schub nach dem anderen nach, die Zweifel an der Mission der eigentlich doch non-militärischen Enterprise werden wegtorpediert und neben seinem lens flare-Wahn setzt Abrams ein zweites Trademark: JEDE ruhige Szene in eine plötzliche Lärm- und Actionexplosion kollabieren zu lassen. Spock und Uhura diskutieren ihre schwierige Beziehung durch – BÄMMMMS Klingonenagriff! Uhura versucht, die Konfrontation mit den stirnmarkanten Gegnern mit Worten zu lösen – BÄMMMMS Laserfeuer und zerteilte Körper! Tatsächlich arbeitet dieses Prinzip irgendwie für den Plot, der eben auch eine Abhandlung über die Blindwütigkeit im Kampf gegen den Terror ist. Besonders nachdrücklich eingefangen, wenn der rachegetriebene Kirk wie von Sinnen und bis zur Erschöpfung auf Harrison einprügelt und dieser die Schläge reaktionslos wegsteckt. Dennoch overkillt’s „Star Trek Into Darkness“ mehrmals, das Klingonenintermezzo wäre ohne krach-lärmende Verfolgungsjagd ausgekommen und insgesamt stützt sich der Film diesmal zu stark auf seine Actionbeats.[...]
komplette Kritik: christiansfoyer.de/2013/05/09/review-star-trek-into-darkness/
ChristiansFoyer rated Oblivion
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Oblivion 2013
[...]Einen Aspekt seines Regiehandwerks beherrscht Joseph Kosinski wirklich gut, nämlich mit dem Finger auf Concept Designs seiner Art- und Effect-Departments zu zeigen und unter deren Mithilfe ausdefinierte Styles für seine SciFi-Welten zu erschaffen. Das gelang ihm bei „Tron: Legacy“, schlicht einer der audio-visuell geilsten Filme der letzten Jahre, und das gelingt ihm auch bei „Oblivion“. Auf den ersten, oft überwältigenden Blick zumindest. Ansonsten sollte der Enddreißiger mal darüber nachdenken, zukünftig nur noch die ersten Drittel seiner Filme selbst zu inszenieren, wenn er seine Panoramen entfaltet, seine Storyboards und Previz‘ zu beeindruckenden Kompositionen finalisiert und seine Ideen andeutet – um dann den eigentlichen Plot, die Figurenzeichnung und die Dramaturgie unter andere, fähigere Leitung abzustellen. Genau wie die Cyberspace-Dröhnung von vor drei Jahren verreißt Kosinski auch seine Postapokalypse, sobald der Punkt erreicht ist, an dem die Hülle mit Masse zu füllen wäre. Sowohl „Tron: Legacy“ wie auch „Oblivion“ schaukeln sich anfangs in einen sehr eigenwilligen Rhythmus nur anseitsweise expositorischer und narrativer Bildgewalt ein, nur um dann, wenn Fäden geknüpft und verbunden werden müssten, in ein unrundes Gewirre aus planloser Existenzialismuseierei und ein simples Nachstellen von allem, was Kosinski so als Einfluss begreift, zu münden. Und das entspircht nicht dem Credo eines Genres, das im besten Falle immer mehr zu sagen hat, als es lediglich zeigt.[...]
[...]Es ist am Ende nichtmal enttäuschend oder gar ärgerlich, in welch luftleeren Raum der missverstandenen Huldigung (im Zweifelsfall immer bei Tarantino nachfragen, wie man das richtig macht) Kosinski seinen „Oblivion“ lenkt, das bleibt ein jederzeit mit einem gewissen Grundinteresse verfolgbarer Film, egal wie viele Beats und Impulse er als Überbrückungskabel seiner Narration anschließt. Egal allerdings zuvorderst in dem Sinne, dass „Oblivion“ kaum etwas in seine emotionalen Rücklagen investiert. Ein Film für die grundlegend wahrnehmenden, nicht für die empfindenden Sinnesorgane. Zwischen Hauptdarsteller Tom Cruise und den weiblichen Co-Stars Andrea Riseborough und Olga Kurylenko zündet keine Reaktion, gar nicht mal mangelndem Talent geschuldet, Riseborough macht ihre Sache sogar sehr ordentlich, von Kurylenko ist halt nicht mehr zu erwarten, als das Umsetzen grober Regieanweisungen in grobe Mimik. Eher ist’s problematisch, dass die fast zwanzig Jahre jüngeren Actricen neben Cruise bisweilen wie Schulmädchen wirken, was die Riseborough zumindest durch ihre diszipliniert-unterkühlte Ausstrahlung wettmacht, die gefühlsbundmäßig wichtigere Kurylenko hingegen nicht, und ihre wahre Bedeutung für Jack und die Story daher enervierend unglaubwürdig rüberkommt, je mehr diese Bedeutung zur Tragfläche des absturzbedrohten Fluges „Oblivion“ wird. Ähnliches gilt für Morgan Freeman, der mehr als sein eigenes Internet meme posiert, als dass er einen Charakter verkörpert. Cruise indes reißt seinen Part mit der Routine aus dreißig Jahren genereller Leinwanderfahrung und vielen im speziellen ähnlichen Typen runter, erforschen, schießen, rennen, Erinnerungen suchen, eine Mischung aus WALL•E und Bourne und letztlich eben ganz der Cruise, der Tom, der Star, das Image…[...]
Fazit: Wie so oft - eine recht substanzlose Hülle, dafür eine ausnehmend ansehens- und -hörenswerte. Der Anfang schafft ein beeindruckend schönes und sehr eigenes Stimmungsbild, ehe der Film sich an allzu viele altbekannte Plotpanels aus gut fünfzig Jahren Genregeschichte verschenkt.
komplette Kritik: christiansfoyer.de/2013/04/11/review-oblivion/
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G.I. Joe: Retaliation 2013
[...]Zwar knüpft „Retaliation“ an die losen Fäden von „The Rise of Cobra“ an, wirft ansonsten aber eher einen verschämten Blick über die Schulter, wie auf den Kumpel, der einen hinter’m Rücken gerade mit irgendeiner geekig-freakigen Aktion lächerlich macht, während man versucht, die Schulschönheit mit Coolness zu beeindrucken.[...]Die Regenbogenfarbbombe, die „The Rise of Cobra“ auf der Leinwand explodieren ließ, wird ansonsten auf Erdfarben runtergegradet, die Aufträge der Joes werden von abgespacten futuristischen Gadgets nur noch peripher unterstützt, statt das Superduperbeschleunigungsanzüge und sonstige geht-nicht-gibt’s-nicht-Technik die Gefechte bestimmen.
„G.I. Joe: Retaliation“ macht auf Kriegsactioner, wie ihn die „Call of Dutys“ und „Battlefields“ und „Medal of Honors“ nowadays definieren, wirkt geradezu verlegen und in „hoffentlich geht das gut…“-Haltung zusammengekauert, wenn er Namen wie Snake Eyes, Storm Shadow, Hard Master oder Cobra Commander erstmals erwähnen und’s mit denen auch noch ernst meinen muss. Die Joes im ersten Teil waren dieser ultrakrasse und von allem abgesonderte Kampfhaufen, eine betont internationale und multikulturelle Eingreiftruppe im globalen Einsatz gegen das Böse, im Nachfolger nun weicht dieser etwas akzentuiertere Ansatz einem eher plumpen Soldatenstolz, einem strammstehenden und brav salutierenden Vaterlandsdienst mit stars’n’stripes-Patriotismus und auf den unterbetonten persönlichen Ebenen der Joes einer militärischen Komplexbewältigung, bis die Fronttauglichkeit mit zackigem Gruß anerkannt und geehrt wird. Wohl auch eine Reaktion der Macher, das uramerikanische Kulturgut des Spielzeuginfanteristen nach den vor allem national enttäuschenden Einspielzahlen des Vorgängers nun ordentlich und sachgemäß auf Publikumswirksamkeit zu trimmen. So richtig störend oder zu sehr ins politisch-konservative (Rechts)Extrem gedacht wird’s nicht in „G.I. Joe: Retaliation“, und doch stand es den Joes im Vorgänger besser, sich in dieser Hinsicht ein bißchen bedeckter und weniger mit in Wort und Tat mitwehender Flagge zu präsentieren.[...]
[...]The Heavys ♫How You Like Me Now♫ dröhnt über den Abspann von „G.I. Joe: Retaliation“ und diese Songauswahl kann eigentlich kein Zufall sein: Jon M. Chus Sequel ist im Grunde die ständige Frage und verzweifelte Antwortsuche, ob er’s denn nun besser macht als Teil Eins, ob man ihn so präsentiert denn nun lieber mag, diesen irrsinnigen Kosmos aus Supersoldaten, Ninjas, Cobra Commandern und nuklearer Megabedrohung. Eine recht missliche Lage, aus der sich der Film nie befreien kann, denn natürlich ist man geneigt zu sagen, dass mehr handgemachte Action gegenüber dem CGI-Overkill von „The Rise of Cobra“ ein deutlicher Pluspunkt ist – aber es passte da halt, dass die Joes ihre Basis unter dem Wüstensand verbargen, die Schurken ihr Hauptquartier unter’m Nordpol, es schuf überhaupt erst einen eigenen Kosmos, wie konsequent Stephen Sommers sein Material hochpushte und ohne Rücksicht immer noch beklopptere Szenen aneinander klatschte. „Retaliation“ ist viel gebremster, eigenschaftsloser, das Soap-mäßige Figurenkonstrukt der ersten Runde weicht in dieser Zweiten ein paar Blassnasen, zwischen denen man sogar Channing Tatum vermisst, aber im allgemeinen die Kernigkeit des Erstlings fehlt, der auf Helden- und Schurkenseite mit Marlon Wayans, Sienna Miller, Christopher Eccleston, Dennis Quaid, Adewale Akinnuoye-Agbaje und Joseph Gordon-Levitt auftrumpfte, und der bei allem Kinderquatsch mehr Härte und Konsequenz in den Actionszenen bot, egal um wie vieles echter die nun in „Retaliation“ sind. Der bleibt am Ende ein solider Krachbummfilm mit Figuren, die wie zufällig komische Namen tragen und teils ein bißchen schräg ausschauen.[...]
komplett: christiansfoyer.de/2013/03/29/review-g-i-joe-2-die-abrechnung-ot-g-i-joe-retaliation/