review by eichruss
Living in oblivion 1995
Reviewed Mar 02, 2012
eichruss’s review:
Ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr genau, wann und wo ich Steve Buscemi zum ersten Mal gesehen habe. Das spielt aber im Prinzip auch gar keine Rolle, denn seine Charaktere hat er immer mit viel Talent auf die Leinwand gebracht und daher brauche ich auch nicht nach seinem besten Film oder Ähnlichem zu suchen. Dass er in der Regel den Bösen mimt, liegt auf der Hand, ist doch sein Äusseres ein wenig speziell… dass er als Schönling die Welt rettet, wäre wohl ein bisschen skurril, nichts desto Trotz fällt aber auch immer wieder die sympathische Art von Buscemi auf, die er durch seine Rollen scheinen lässt.
Und genau so tritt er auch in «Living in Oblivion» auf. Nick Reve (eben, Steve Buscemi) ist ein Regisseur und mitten in der Produktion eines neuen Filmes. Sein Hindernis: Geld! Ok, da kann man drüber stehen, wirds halt ein Low-Budget-Streifen. Sein Problem: Alles! Ausfallende Technik, ausrastende Schauspieler, planloses Vorgehen. Es scheint so, als ob alles und jeder den Film sabotieren möchte. Murphy's Law in Reinform, wenn man so will.
Als Zuschauer sieht man die Dreharbeiten am Set. An drei verschiedenen, um genauer zu sein. Zwei davon stellen sich allerdings als Traumsequenzen heraus… ob die letzte auch eine ist, bleibt im Geheimen.
Am ersten Set nimmt die Technik überhand. Die Kameraeinstellung will nicht richtig, das Mikro hängt dauernd im Bild, Lärm von draussen übertönt die Szene, Lampen gehen zu Bruch und so weiter. Am zweiten Set wirds dann persönlich… jeder hat bessere Ideen, wie man die Szene drehen sollte und es geht unsagbar viel Zeit drauf, ohne dass man sich einig wird. Zu allem Unheil kommt auch noch ein Techtelmechtel der beiden Hauptdarsteller ins Spiel und niemand glaubt daran, dass der Film jemals im Kasten sein wird.
Der Film hat seine Lacher, ist witzig aufgemacht und liebevoll umgesetzt. Vielleicht dürfte er für den ein oder die andere ein wenig zu schräg sein, den Humor muss man halt einfach irgendwie mögen.
Was extrem gelungen ist, ist die Hommage an all die Independentfilmer da draussen, zu welchen ich mich ja schliesslich auch zähle. Living in Oblivion kommt mir vor wie eine direkte Umsetzung von dem, was wirklich an so manchen Sets geschieht. Ich habe mich in den einzelnen Szenen oft selbst wiedererkannt, seien es durch die Unstimmigkeiten im Filmteam oder durch die Technik, die es zu bändigen gilt.
Mein Fazit: Wer mit dem Humor klarkommt, kriegt eine astreine Komödie aufgetischt, die mit einem super Plot, sowie starken Schauspielern auftrumpft; und für all diejenigen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einen Film zu drehen, ist Living in Oblivion sowieso ein absolutes Muss!
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