Scott Pilgrim vs. the World 2010 ★★★★

Michael Cera in einer schrägen Komödie mit leicht angehauchter Romantik? Kennen wir! Lieben wir!

Diesmal schlüpft er in die Rolle von Scott Pilgrim. Scott ist, wer hätte es gedacht, ein typischer Verlierertyp. Er wohnt mit seinem schwulen Kumpel in einem winzig kleinen Apartment (das nicht einmal Fenster hat), spielt in einer Band, die ständig nach dem grossen Durchbruch strebt, hat seltsame Freunde und sein Liebesleben kriegt er irgendwie auch nicht in den Griff. Letzeres wird von der 17 jährigen Knives dominiert, die aber irgendwie nicht so richtig zu ihm passt. Und plötzlich taucht aus dem Nichts Kim auf! Scott ist natürlich sofort Feuer und Flamme für die quirrlige Lady. Das eine ergibt das andere und die beiden kommen tatsächlich zusammen. Was er sich da geangelt hat und vor allem, was ihn alles erwartet, das hätte er sich aber wohl nie im Leben erträumen lassen.

Nun, die üblichen Probleme, wie zum Beispiel, dass er im Prinzip noch immer mit Knives zusammen ist und ein Doppelleben führt, scheinen noch irgendwie lösbar zu sein. Auch, dass er seine Band völlig vernachlässigt, geht irgendwie klar. Seine Ex, die mittlerweile äusserst erfolgreich in einer anderen Band singt, kann er auch noch im Zaun halten. Dass er aber die 7 Exfreunde von Kim in jeweils knallharten Kämpfen besiegen muss, das ist dann schon eher ein harter Brocken! Urplötzlich taucht einer nach dem anderen auf und stellt ihn zum Duell. Erst wenn er sie alle besiegt hat, ist ihm eine Zukunft mit Kim sicher.

Klingt verrückt, ist es auch! Im Grund genommen ist Scott Pilgrim vs. The World nichts, was man besonders erwähnen müsste. Wer Superbad, Juno und Konsorten gesehen hat, der weiss in ungefähr, was auf einen zukommt, der Humor ist vergleichbar. Hier muss angemerkt werden, dass das Niveau locker mit genannten Beispielen mithalten kann. Der Film unterhält, ist gespickt mit skurrilen und schrägen Situationen, lebt von amüsanten Dialogen und coolen Schnitten.

Das Spezielle sind dann aber die Kämpfe! In bester Comicmanier prügelt sich Scott mit seinen Rivalen, POW- und BANG-Effekte inklusive. Es ist irgendwie verdammt schräg, aber es passt meiner Meinung nach hervorragend zum Konzept und zur allgemeinen Machart des Films. Herrlich, wie beispielsweise ein Exfreund, erklärter Veganer, durch seine tierlose Ernährung Superkräfte entfacht. Will heissen, seine Augen glühen, seine Haare rauchen und er prügelt Scott mal eben kurz durch Ziegelmauern und befördert ihn mit einem Schlag in die Stratosphäre. Alles sehr schräg und sehr wirr, aber eben, irgendwie hats Stil!

Wären all diese Spezialeffekte nicht, Scott Pilgrim vs. The World würde wohl oder übel untergehen, denn das Grundschema ist, obwohl es solide ist, nichts Spezielles. Allerdings möchte ich trotzdem die Liebe zum Detail hervorheben… eine Szene, die ich extrem gelungen finde ist, als Scott sich in aller Eile und voller Elan aufmacht, um aus seiner miefigen Bude loszuziehen. Die Kamera zeigt, wie er seine Jacke anzieht, den Reissverschluss zumacht und so weiter. Alles in harten, schnellen Schnitten. Man kennt das ja… der Clou: die letzte Einstellung zeigt, wie er sich die Schuhe bindet. Dafür braucht er eine gefühlte Ewigkeit und es passiert rundherum rein gar nichts mehr. Herrlich!

Ein guter Popcornstreifen, den ich mir auch gerne ein zweites Mal anschauen würde.

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