Dune

Dune ★★★★½

In den Spice-Höhlen von Arrakis, verheißend das Gewürz meine Venen prickelnd durchflutend, dort sah ich die niedergeschrieben Chroniken Meinesgleichen, dort sah ich den Fänger unserer Taten und seine Worte verewigt auf Pergament. Dort, im Beisein von Wahrheiten und Legenden, dort erhob sich unsere Geschichte wie Al-Lat, die Sonne, über Monde und Planeten.

Dort, am Firmament stehend zu unseren Häuptern, dort wurde der Fänger unserer Taten der Verewiger und heiliggesprochen zum Baraka, „als lebender Heiliger“. Unsere Taten wurden zu seinen niedergeschriebenen Worten um selbst eine Tat zu werden, denn seine Niederschrift wurde zur Giudichar, „zur heiligen Wahrheit“.

So wanderte ich dahin, zu den zum Leben erwachten Worten meines Volkes und wurde ein Kwisatz Haderach, „einer der an mehreren Orten gleichzeitig sein kann“. Wo die Zeit niedergeht zum Niedergang ihrer weltlichen Fesseln wie der geborstene Felsen zermalmt des Windes und degradiert zum davongewehten Sandkorn, da wurde ich zur Geschichte des Lebens selbst, erlebte die Pein meines Volkes unter der Herrschaft des Harkonnen Rabban, der „Bestie von Lankiveil“ und des Neffen Barons Wladimir Harkonnen; tauchte unter die Spice-Wolken des emporgehobenen Sandes aus den Mäulern der Harvester; und sah das wachsende Leben an sich, gedeihend zu prächtigen Dattelpalmen und dem Mord an hunderten an Unseresgleichen des vergossenen Lebens um die Wenigen.

Doch soweit ich blickte und reiste, ich sah die Unvollkommenheit der Worte, und Trauer überkam mich der Vergesslichkeit ihrer. Als dann erhob sich die Ijaz, „Die Prophezeiung“, und meine Trauer verflog, denn ich sah die Worte des Baraka, der längst verstorben war, gebetet in den Händen williger und fähiger Hände.

Der Shadout, der „Wasserschöpfer“, wie er sich mir zeigte, nahm sich der Worte des Baraka an, bannte sie auf Bild. Erhob sie als Sprachrohr und zur Renaissance unserer Chroniken auf die Leinwände ferner Welten.

Als unser Sprachrohr und das unserer verwehten Ahnen auf Arrakis, wurden Bilder in unsere Augen projiziert der Existenz ihrer wie der heilige Bund der mystischen Bene Gesserit, aus der Kängerumaus Muad´dib wurde Paul Muad´dib niedergeworfen auf schmächtigen Schultern und er sie tragend auf dem Rückgrat eines Riesen, ferner erblickte ich Welten bar jeder Vorstellung wo Sand Wasser war und der El-Sayal, der Sandregen, Regenfälle, mächtig füllten Heighliner-Schiffe den Nachthimmel aus, und reitend auf dem Shai-Hulud, dem Sandwurm, zerbröckelte die Zeit abermals zum davongewehten Sandkorn, und Sihaya, „der Frühling zum Paradise hin“, erschien mir, denn ich sah die Geschichte fortgesetzt wie die Vergangenheit zu unseren Füßen, und die Bildschirme und Leinwände ferner Welten zierte Part Two.

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