Timo Kießling

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"Life goes on. It always does, until it doesn't."

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  • Seberg

    Seberg

    ★½

    In einem Filmhandbuch für Anfänger steht geschrieben, wie die Zerrissenheit zerrissener Figuren dargestellt wird, damit keiner auf die Idee vortrefflicher Fehldeutung kommt: Die Figuren werden vor Spiegeln drapiert. Wow! So wie Jean Seberg (Kristen Stewart). Mehrere Gesichter, mehrere Persönlichkeiten. Benedict Andrews hat ausgiebig die Lektüre studiert. Sein Biopic „Seberg – Against All Enemies“ erarbeitet sich einen biografischen Teilausschnitt – Jean Seberg flirtet mit den Repräsentanten der Black-Panther-Bewegung und gerät daraufhin ins Visier der örtlichen Überwachungsbehörden. Mimisch eingleisig und gestisch verstrahlt…

  • Tenet

    Tenet

    ★★½

    Jeder Text über „Tenet“ muss zwangsläufig mit jenem Grundsatz beginnen, der zu einem frühen Zeitpunkt der Handlung das Rezeptionsverhalten des Publikums unterschwellig steuern soll: Verstehen dürfe es nicht, fühlen müsse es. Doch, Verzeihung: Ist „Tenet“ ein Film, der überhaupt gefühlt werden kann? Welche Filme hat Christopher Nolan bislang inszeniert, die sich dieses Etikett anzuheften imstande sind? „Tenet“ ist keiner von ihnen. Um gefühlt werden zu können, darf nicht das Gefühl gefügig gemacht werden, darf es nicht verpanzert, darf es in…

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  • Berlin Alexanderplatz

    Berlin Alexanderplatz

    ★½

    Die eindrückliche Traditionslinie um Döblin-Jutzi-Fassbinder erhält mit der jüngsten Leindwandadaption von „Berlin Alexanderplatz“ ein weiteres Glied. Die Messlatte ist hoch. Nur: Burhan Qurbani dürfte nicht der Name gewesen sein, der – weniger wohlklingend – zu den anderen drei zu passen imstande wäre. Oder der eine realistische Chance hätte, dem Erbe der Vorgänger theoretisch überhaupt gerecht zu werden. Der Grund ist schnell gefunden, er wird in Qurbanis Versuch, Franz Biberkopfs apokalyptische Heilsgeschichte erneut filmisch zu dramatisieren, sogar eingesprochen – eine 183-minütige…

  • Undine

    Undine

    ★★★½

    Tagsüber gestresste Stadthistorikerin in Berlin, verlässt Undine (Paula Beer) das Leben. Der Freund (Jacob Matschenz) will nicht mehr. „Totgeweint“. Er wird eine andere heiraten. Undine müsste zurück ins Wasser, müsste Johannes (Matschenz) töten. Doch: Christian Petzold schreibt gegen den klassisch überlieferten Undine-Mythos an. Seine Undine – Petzold spricht von ihr im Presseheft wie von einem zergeisterten, auf der Wasseroberfläche wabernden Traum – lehnt sich gegen den Determinismus des Märchenstoffs auf. Wenn der deutsche Autorenfilmer seit jeher „Gespensterfilme“ inszeniert, deren Figuren…