Black Swan

Black Swan ★★★★

Community-Dance-Weekend
Community-Wochenende von 🅲🅾🆁🅸🅴

Darron Aronofsky bewies mit "The Wrestler" wie perfekt er mitreißende, berührende Sportlerdramen inszenieren kann und mit "mother!" zeigte er, dass er auch surreale Dramen, bei denen Fiktion und Wirklichkeit miteinander verschmelzen, erschaffen kann.

Und bei Black Swan vermischt er nun genau diese beiden Aspekte und schuf dadurch einen ganz besonderen Tanzfilm, der es schafft, das Thema Ballett auf düstere, ungewohnte Art zu behandeln.

Nina ist eine junge, talentierte Ballerina, deren großer Traum es ist, im Stück Schwanensee die Hauptrolle zu tanzen. Als sie die Rolle dann auch wirklich bekommt, verfällt sie, auf der Suche nach ihrer dunklen Seite, immer mehr dem Wahn, bis irgendwann Wirklichkeit und Wahnsinn nicht mehr zu trennen sind!

Es ist faszinierend, wie es Aronofsky schafft, ein oberflächlich eher langweiliges Thema wie Ballett in solch einen Psychothriller einzuarbeiten, der nicht nur eine unangenehm-mitreißende Atmosphäre bietet, sondern auch Momente, die in ihrem Gruselpotential so manchem Horrorfilm Konkurrenz machen.
Immer intensiver werdend steigert sich mit dem Wahn der Protagonistin auch die Anspannung des Zuschauers, man wird förmlich in die Stimmung hineingezogen, untermalt mit einem klassischen Score, angereichert mit Stücken aus Schwanensee, ausgekleidet mit anmutigen Tanzeinlagen, welche sich genauso wie der ganze Film immer weiter in einen Fieber-ähnlichen Zustand steigern, bis auch der Zuschauer irgendwann nicht mehr weiß, was ist nun real, was ist Einbildung!

Getragen wird der ganze Film von den schmalen, aber starken Schultern Natalie Portman, die hier meiner Meinung nach ihre beste Performance überhaupt abliefert und zurecht mit dem Oscar dafür ausgezeichnet wurde! Absolut glaubhaft und überzeugend mimt sie die Balletttänzerin und nahm im Vorfeld sogar wirklich Ballett-Unterricht für die Rolle, wodurch nicht nur die Authentizität ihrer Rolle steigt, sondern auch die des ganzen Films. Ihr immer weiteres absinken in den Wahnsinn, im Kontrast zu ihrem Erfolg als Tänzerin, verkörpert sie großartig, man leidet mit der Figur mit, weiß aber irgendwann nicht mehr, ob man ihr noch trauen kann, in dem was sie erzählt oder auch nicht.
Ihren Gegenpart stellt Mina Kunis dar, welche als genaues Gegenteil Portmans perfekt funktioniert, zwar sehr im Schatten derer steht, was aber wiederum der ganzen Handlung zu Gute kommt!

Bevor ich diesen Film zum ersten Mal sah, hätte ich nie gedacht, dass mich ein Film über Ballett so sehr mitreißen, so faszinieren und immer wieder so begeistern kann!
Aber Black Swan bewies und beweist mir immer wieder, das man aus jedem Thema einen interessanten Film zaubern kann!

Top 50 der 2010er - Platz 42

Martin liked these reviews

All