Enemy

Manchmal macht mich die Rezeption eines Films regelrecht aggressiv. Wie kann man nur damit zufrieden sein, wenn einfach 90 Minuten lang irgendeine vollkommen sinnlose, undefinierte, pseudo-verheißungsvolle Scheiße passiert. Wieso fasziniert so etwas anscheinend jeden außer mir? Oho, es geschieht irgendwas, das bedeutet bestimmt auch irgendwas. Ohoho, der Film "kaut dir halt keine Geschichte vor, geh doch Transformers gucken". Ja, so sieht's aus. Was bin ich nur für ein Idiot, der immer wieder aufs neue erwartet, dass mir ein Film eine Geschichte erzählen würde, in der Figuren auftauchen, die Dinge tun, die man verstehen kann. Schande über mein Haupt. Ich bin so nieder, nicht für "wahre" Kunst empfänglich.

Warum sollte ich auch nur das geringste Interesse haben, mir hier irgendwelche Interpretationen aus den Fingern zu saugen? Ich habe mir sogar einige angesehen und eine ist genau wie die andere: Sie könnte einerseits die perfekte Lösung für den Film sein - oder der größte Bullshit den die Welt je gehört und der NICHTS mit dem Film zu tun hat. Und warum? Weil nichts in diesem Film auf irgendeiner Ebene Sinn ergibt, weil alles unendlich vage gehalten ist und jede noch so dämliche Interpretation genau so im leeren Raum steht wie die elaborierteste.

Es könnte hier um einen Mann gehen, dessen Unterbewusstsein irgendwelche Ängste/Zwiespälte/Zweifel/Reifeprozesse/was-auch-immer/bla innerhalb seiner Beziehung verarbeitet. Vielleicht geht es aber auch um Arachnophobie? Oder um Schizophrenie? Man widerlege mich. Oder geht es gar um das Leben in einem totalitären Staat? "Ach komm", wird man jetzt sagen, "mein lieber Arnold, das kann man doch nun wirklich nicht im Film finden." Aber doch, auch das hat irgendein besonders kluger Mensch über diesen Film gesagt. Denn schließlich bringt Jake Gyllenhaals Figur zu Beginn des Films EINE EINZIGE LINE über dieses Thema, und daher kann, nein, MUSS genau das natürlich der Schlüssel zum Verständnis des Films sein. Meine Fresse, da guck ich doch lieber die Hulk Hogan Filmographie zu Ende. Dort bekommt man ja im Vergleich noch richtiges Quality-Filmmaking geliefert.

Fairerweise muss man dennoch festhalten, dass "Enemy" wirklich stimmungsvoll gefilmt und auch die Musik großartig eingesetzt - WÄRE, wenn es denn auch nur IRGENDEINE Form von Figuren/Inhalt/Story gegeben hätte, deren Essenz die Audiovisualität hätte transportieren können. Aber nein, das wäre dann ja keine Kunst mehr, hatte ich gerade vergessen, sorry.

Adam Sandler ist schlimmer, ja, aber viel mehr fällt mir nicht ein, was mich mehr kaltlässt/anödet/frustriert/nervt/ANKOTZT als Drecksfilme wie der vorliegende. Wegen solcher Werke kann ich echt verstehen, wieso manche Leute im Kino ihr Geld zurückverlangen, weil ich mich wirklich betrogen fühlen würde, wenn ich Geld für etwas wie das hier hätte ausgeben müssen. Ich hätte gerne in Zukunft im Vorspann solcher Machwerke ein Warnsymbol mit der Aufschrift "Vorsicht: dadaistischer, prätentiöser Surrealismus-Durchfall - Leute mit filmischem Anspruch bitte abschalten", sodass ich nicht erst nach 40 Minuten merke, dass ich hier als Zuschauer gerade gewaltigst verarscht werde.

PS: Einen Bonus-Hasspunkt vergebe ich noch für die letzte Einstellung vor den Credits: das wahr echt noch die verfaulte Kirsche auf dem Hundehaufen.