Censor

Censor ★★½

Some Things are better left to the Imagination?

Obwohl Prano Bailey-Bonds erster Langfilm Censor zur Zeit der berühmt/berüchtigten Video Nasties spielt bleibt der Film selbst äußerst Zahm. Die Geschichte der Filmzensorin Enid läuft etwas Ziellos vor sich hin und dass bei der eh schon knapp bemessenen Laufzeit von etwas über 80 Minuten. Horror Flair kommt dabei nur selten auf, weder gruselig noch sonderlich blutig, zumindest bis zum Finale. Das ist es auch letztendlich was Censor noch aus der Bredouille rettet, das Finale. Die letzten 20 Minuten sind ein herrliches throwback das mit Suspiriaesquer Beleuchtung zumindest Optisch nochmal ordentlich auf die Kacke haut. Optische Störeffekte und Bildformatspielereien inklusive. Hätte der Film nur mehr von solchen Momenten zu bieten gehabt.

Über Sinn und Unsinn der Auflösung der Story lässt sich mindesten genauso Streiten wie über die fehlende Gewalt. Es wird zwar ein wenig abgehackt und aufgespießt, aber soll das wirklich schon alles sein? Bei der vermeintlichen Horror Hoffnung 2021 hätte ich mir mehr erwartet. Wenigsten macht Niamh Algar als verklemmte Zensorin auf der Suche nach ihrer, unter mysteriösen Umständen, verschwundenen Schwester eine solide Figur. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen aber feinen Auftritt von Michael Smiley den ich einfach immer gerne sehe.

Hätte Censor sein Ende nicht, ich hätte ihn jetzt schon wieder vergessen. Letztendlich ist die Thematik der Video Nasties und der Filmzensur interessant, es wird aber zu wenig mit ihr gespielt. Die Gewalt ist zu zurückhaltend und wirklicher Horror kommt auch zu keiner Zeit auf. Leider eine Enttäuschung. Da ich aber eine Schwäche für diese spezielle Beleuchtung habe gibt’s noch einen halben Beleuchtungsstern aus Gnade on top.

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