Eternals

Eternals ★★½

Zur Video-Kritik: youtu.be/FyR1OrcdhTQ

„Eternals“ zu gucken ist wie einer Paartherapie beizuwohnen. Zwei Parteien, die beim besten Willen nicht zusammen passen, sollen auf Teufel komm raus miteinander vermählt werden. Aber weil Kevin Feige nun mal beschlossen hat, jetzt auch mal nen Film zu machen, für den die Anderen ständig Oscars hinterher geworfen bekommen, stehen Charaktere hier jetzt in einer Tour in Sonnenuntergängen herum, Lichtkegel von vorn, von der Seite, von hinten und ab und an dreht sich die Kamera dann sogar noch um unsere bedeutungsschwanger ins Nichts starrenden Helden - Terrence Malick wäre stolz gewesen, wenn er nicht schon längst auf seinen eigenen, kleinen Planeten entschwunden wäre.

Weil eine schicke Fassade allein aber gar nichts bedeutet, ist „Eternals“ aber nunmal nicht „Nomadland“, sondern in erster Linie stinklangweilig. Zweieinhalb Stunden passiert irgendwie alles und nichts. Gottgleiche Figuren sitzen auf der Erde rum und machen da halt so Dinge. Eine echte Bedrohung hat Eternals bis ins letzte Drittel nicht zu bieten, die Figuren selbst bleiben Schablonen, die in den Sonnenuntergang glotzen. Bis auf die Gimmicks ihrer jeweiligen Kräfte fehlt den meisten Eternals praktisch jedwede Dimension.

Dabei will „Eternals“ eigentlich ganz viel auf einmal: Diversität und Inklusion sind große Themen, zum ersten Mal gibt es sogar Sex in einem Marvel-Film. Es wird über Götterfiguren erzählt, über Jahrtausende hinweg, mit zig Figuren gleichzeitig und dennoch bleibt bei all dem nicht ein einzelner Moment hängen. 
Ich mochte die Darsteller und die interessante Prämisse, aber viel gemacht wird leider mit beidem nicht