Saint Maud

Saint Maud ★★★½

Die Bilder sind von albtraumhafter Schönheit, der Score knarzt und sägt wie drei Tage Unwetter und der Castingmanager darf sich für die Auswahl von Morfydd Clark bitte dreifach bejubelt fühlen. „Saint Maud“ ist genau meine Sorte Film - ich liebe Horror, der mir nicht mit Katzen aus dem Wandschrank kommt, sondern schleichend ins Mark kriecht. Ich liebe verdichtete, schaurig-schreckliche Szenengemälde, die gerne auch ohne Monster, Gewaltausbrüche und Schocks auskommen dürfen, wenn dafür ein tiefes Unbehagen aus jeder Einstellung durchsickert. Und einen Weakspot für Themen wie religiösen Fanatismus und Bibelmythen habe ich ohnehin.

Im Gegensatz zu Genreperlen wie „The Witch“ oder „Hereditary“ fehlt die explosive Katarsis, in der sich die aufgebauschte Spannung entladen könnte, obendrein hätte ich mir gewünscht, dass „Saint Maud“ dem Zuschauer die Deutungshoheit überlässt, statt viele der ambivalenten Aspekte selbst aufzulösen, aber letztlich kann ich „Saint Maud“ nur dafür abfeiern was er ist - hochatmosphärisches Spannungskino, das in diesem Genre einfach viel zu selten ist.