Dune

Dune

Auch nach einer Nacht drüber schlafen weiß ich immer noch nicht so recht, wie ich den Film bewerten soll. Außer Frage steht finde ich, dass die Neuauflage von Villeneuve viel besser ist als das "ambitionierte" Werk von Lynch. Richtig geflasht hat mich der erste Teil der Dune-Saga allerdings auch nicht. Vermutlich weil er auch in den letzten 15 Minuten (der Handlung geschuldet) dramaturgisch stark abbaut und man eben nicht mit einem Wow-Effekt entlassen wird. Für eine abschließende Wertung brauche ich daher das Gesamtwerk, um das richtig einordnen zu können.

Was mir sehr gut gefallen hat war die Darstellung und Inszenierung des Wüstenplaneten. Ich denke nicht wenige haben hauptsächlich gestochen scharfe Bilder in gleißendem Sonnenlicht erwartet, bei denen man jedes Sandkorn einzeln sehen kann. Diese Bilder gibt es zwar auch (fast ausschließlich in den Visionen), aber Villeneuve hat sich dazu entschieden eher einen staubigen, verwaschenen Planeten zu zeigen. Teilweise wirkte sogar das Bild regelrecht grobkörnig. Zudem findet ein Großteil der Handlung bei Nacht oder Tagesanbruch/Dämmerung statt was im Grunde einfach nur Sinn ergibt.

Was Villeneuve halt auch einfach wie kaum ein zweiter kann ist Geschichten zu erzählen ohne an irgendeiner Stelle einen Spannungsverlust zu erleiden. Das wird bei diesem Film finde ich ganz besonders deutlich. "Dune - Part 1" hat viele atemberaubende Szenen und Bilder zu bieten, ist aber eben kein CGI-Gewitter, das einen von Szene zu Szene hetzt. Es gibt sehr viele Dialoge und die komplizierten Machtverhältnisse und politischen Intrigen muss man erst mal verstehen lernen. Villeneuve hat diese schwierige Gratwanderung zwischen optischem Feuerwerk und dichtem Storytelling hervorragend gemeistert.

Schauspielerisch gibt es auch wenig auszusetzen. Chalamet dieses Mal in einem etwas anderen Coming-of-age-Szenario, aber auch das meistert er spielend. Die Nebenrollen sind allesamt gut besetzt und überzeugend gespielt. Ich bin zwar überhaupt kein Fan von Jason Mamoa und Dave Bautista, aber immerhin gab es keinen Klischee-Kampf zwischen den beiden Muskelbergen. Überrascht hat mich der Auftritt von Musiker Benjamin Clementine als Imperial Speaker (Musiknerd-Fact).

Eine Sache hat mich dann aber doch massiv gestört. Es ist nur allzu offensichtlich, wie sehr man sich bemüht hat unbedingt den FSK-12-Stempel zu bekommen. Ich will bei "Dune" kein Blutbad sehen, aber es gab so viele extrem harte Schnitte, dass beispielsweise in vielen Kampfszenen komplett der Flow verloren ging. Sehr schade!

Ich bin natürlich dennoch sehr gespannt auf den zweiten Teil und erwarte hier noch einmal eine Steigerung. Dass die Fortsetzung jetzt einfach kommen MUSS steht eigentlich gar nicht mehr zur Debatte.

Leland liked these reviews

All