Knives Out ★★★★½

Knives Out habe ich bereits am 09.01.2020 im Kino gesehen und nun wieder. Denn nachdem das Kino, das ich meistens aufsuche, am 02.07.2020 wieder geöffnet hatte, wollte ich natürlich direkt wieder in den Kinosaal und schnellstmöglich einen Film sehen. Leider zeigt dieses Kino aber weder Klassiker noch Blockbuster der letzten Jahre, wie es andere Kinos tun. Ich hätte mich zwar sehr über die Möglichkeit gefreut, Inception, Dunkirk, Interstellar, Star Wars oder auch einen Klassiker im Kino zu sehen, allerdings war ich auch mit Knives Out sehr zufrieden. Mein Kinoerlebnis im Januar war schließlich fantastisch, die Stimmung war grandios, der Film machte unglaublich viel Spaß und am Ende ging ich mit einer super Laune aus dem Kino.

Trotzdem erwartete ich, dass der Film bei dem Rewatch zumindest ein wenig abfallen würde, da Filme des whodunnit Genres logischerweise oft Schwächen und Durststrecken offenbaren, wenn man die Auflösung bereits kennt. Da ist es nur natürlich, wenn der Film schlechter abschneidet als beim ersten Ansehen, da viel Spannung wegfällt und sich das Rätseln ohnehin erübrigt, was nunmal zwei elementare Bestandteile eines solchen Filmes sind.

Bei Knives Out war das aber nicht so, im Gegenteil, ich hatte beinahe noch mehr Spaß als beim ersten Mal und war durchweg 1a unterhalten. Manche Stärken bleiben natürlich 1:1 bestehen, der großartige Cast beispielsweise. Namen bekannter Schauspielgrößen reihen sich hier aneinander, Ana de Armas, Chris Evans, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Michael Shannon, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer, Don Johnson und sogar Frank Oz. Der Cast ist der Wahnsinn, vor allem weil ausnahmslos jeder Darsteller abliefert. Besonders herausstechend sind hier für mich Ana de Armas, die mir nur anhand dieses Filmes schon sympathisch geworden ist, obwohl sie ja lediglich eine Rolle spielt, Daniel Craig, der seinen Charakter sehr überspitzt und lustig rüberbringt, damit auch für den witzigsten Kinomoment meines Lebens sorgte (Donut), aber es gleichzeitig schafft, dass man seine Figur ernst nimmt und auch Chris Evans, den ich im MCU meistens solide bis gut fand, der hier aber sein ganzes Schauspieltalent unter Beweis stellt.

Auch bleibt Knives Out genauso lustig wie beim ersten Mal, was für mich bedeutet, dass dieser Film lustiger als die meisten Komödien ist. Auch an Kurzweiligkeit oder Unterhaltungswert mangelt es nicht, der Film ist schneller vorbei als es einem lieb ist und die Vermutung, dass sich beim Rewatch vielleicht einige Hänger offenbaren, bewahrheitet sich zu keiner Zeit. Auch Spaß macht der Film noch immer genauso viel, vor allem auf die Twists, die die Handlung in eine ganz neue Richtung stoßen, freut man sich. Und auch die Auflösung hat mir dieses Mal viel, viel besser gefallen, da ich diese schon kannte. Klingt vielleicht eher absurd, aber dadurch, dass ich die Auflösung kannte, war ich natürlich nicht mehr auf meine eigenen Ansätze und Theorien fokussiert und konnte den gesamten FIlm das wirklich fantastische Drehbuch genießen. manche werfen dem Film vor, dass er sich selbst beziehungsweise sein Drehbuch für besser hält als es eigentlich der Fall ist. Ich würde dem widersprechen, denn gerade beim zweiten Mal fiel mir noch viel deutlicher auf, wie perfekt die Geschichte konstruiert und wie durchdacht sie ist. Die Twists sitzen (auch zeitlich) perfekt und sind meiner Meinung auch nicht wirklich vorhersehbar, aber auch nicht zu übertrieben. Ich habe es geliebt zu sehen, wie die kleinen und großen Zahnrädchen ineinander greifen, nochmal viel detaillierter zu sehen, wie die Geschichte aufgebaut und wie perfekt alles aufeinander abgestimmt ist.

Abgesehen davon bleiben auch die Figuren wirklich großartig. So herrlich überspitzt sie auch sein mögen, so lustig sie auch sein können, kann man sie dennoch immer ernst nehmen. Auch der Schnitt, auf den ich dieses Mal noch verschärft achten konnte, aber auch der Score und die Kameraarbeit haben mir außerordentlich gut gefallen.

Fazit: Knives Out ist ein grandioser, sehr unterhaltsamer sowie spaßiger, vor allem aber auch witziger whodunnit Film, den ich nach diesem Rewatch nochmal ein Stückchen besser fand, was vor allem an den hervorragenden Drehbuch liegt.

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