Flying Colors ★★★★

#Japanuary2019 Nr. 2

Flying Colors erzählt die Geschichte von Kudo Sayaka (Kasumi Arimura), einer Highschool Schülerin, die in einer Familie mit ihren Eltern, einem älteren Bruder und einer kleineren Schwester aufwächst. Der Vater (Tetsushi Tanaka) kümmert sich nie um seine Töchter, da er davon besessen ist, aus seinem Sohn einen Baseballprofi zu machen. Die Erziehung der Töchter überlässt er der fürsorglichen Mutter (Yo Yoshida). Als Sayaka aufwächst, fällt es ihr schwer, Freunde zu finden, was dazu führt, dass sie einige Male die Schule wechselt. Später findet sie eine Gruppe von Freundinnen, aber leider verlagert sich ihr Fokus von der Schule weg und sie konzentriert sich nur noch darauf Spass im Leben zu haben. Sie trägt kurze Röcke, färbt sich ihre Haare blond und feiert bis spät in die Nacht mit ihren Freundinnen. Als sie in der Schule Probleme bekommt und vom Unterricht suspendiert wird, schickt sie ihre Mutter in eine private Nachhilfeschule. Dort trifft sie Tsubota Yoshitaka (Atsushi Ito), den Lehrer der Schule, der eine einzigartige Herangehensweise hat und seine Lernmethoden individuell an seine Schüler anpasst. Er ist fest entschlossen und will ihnen helfen, ihre Träume im Leben zu erreichen. Sayaka beschliesst, das Unmögliche herauszufordern und an die renommierte Keio Universität in Tokio zu gelangen.

Flying Colors ist ein Film voller lustiger Momente, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, aber auch mehrerer berührender Momente, die einem nachdenklich stimmen. Die perfekte Balance zwischen Komödie und Drama wird dabei jederzeit gehalten. Es geht aber auch darum, den Zuschauer dazu anregen, an sich selbst zu glauben und seine Träume im Leben zu verwirklichen. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ wird zur zentralen und universell verständlichen Botschaft des Films.

Regisseur Nobuhiro Doi setzt dabei auf eine subtile und feinfühlige Regiearbeit, die die Beziehungen der Charaktere in den Mittelpunkt stellt. Die Menge an Einblicken, die wir in das Leben von Sayaka erhalten und auf liebevolle Weise ihre Lebensumstände kennenlernen, macht es sehr leicht, sich in sie einzufühlen und sie auf ihrer Reise zu begleiten. Die Tatsache, dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert, macht das Anschauen noch faszinierender. Die Beziehung zwischen Sayaka und ihrer Mutter Akari ist herzerwärmend. Die Liebe der Mutter für ihre Kinder ist jederzeit spürbar. Sayaka‘s Verhältnis zu ihrem Vater Toru ist dagegen problematischer und könnte eine Menge Verbesserungen vertragen. Ihr Wandel im Verlauf der Geschichte mitansehen zu können, ist eine der ganz grossen Stärken des Films. Im Mittelpunkt von Flying Colors steht jedoch die Interaktion von Sayaka und ihrem Lehrer Tsubota. Er ist davon überzeugt, dass es keine schlechten Schüler gibt, nur schlechte Lehrer. Diese Philosophie zeigt sich in allem, was er tut. Er hat eine allgemein positive Einstellung zum Leben und schafft es, seine Schüler davon zu überzeugen, dass sie alles erreichen können. Tsubota ermutigt Sayaka regelmässig, was dazu führt, dass sie anfängt zu lernen und beginnt, an sich selbst zu glauben. Ihr Traum, an die Keio Universität zu kommen, scheint manchmal unmöglich zu sein, aber es ist faszinierend, mitanzusehen, wie Sayaka alles dafür tut, diesen Wirklichkeit werden zu lassen.

Flying Colors ist ein wunderschöner Film, der mit viel Humor, charmanten Charakteren und berührenden Momenten die Geschichte einer Schülerin erzählt, die an sich selbst glaubt und selbstbewusst ihre Träume im Leben verwirklicht.

9.0/10