Dexter: New Blood

Dexter: New Blood ★★★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Dexter war eine meiner Lieblingsserien, weshalb ich mich sehr auf das Revival gefreut habe. Ich fand das Finale der achten Staffel damals trotz der unterirdischen Wertungen sehr gut und habe eine 8 von 10 auf imdb vergeben. Das Ende war böse und dunkel, einfach das komplette Gegenteil eines zufriedenstellenden Happy Ends. Gemessen an Dexters Taten konnte ich damit gut leben, wie "unbefriedigend" die Serie zu Ende gegangen ist. Dass es mit dem Bay Harbour Butcher doch noch mal weitergeht, freute mich trotzdem sehr.

Inhaltlich geht es so weiter, wie es mehr oder weniger aufgehört hat: Dexter hat Miami verlassen und lebt unter einer anderen Identität im fiktiven, schneebedeckten Iron Lake. Er hat sich ein neues, ruhiges Leben aufgebaut und den Dark Passenger hinter sich gelassen. Es kommt jedoch wie es kommen muss und Dexter wird von der Vergangenheit eingeholt, während er sich gleichzeitig noch neuen Bedrohungen der Kleinstadt stellen muss.

Den großartigen Michael C. Hall nach so vielen Jahren in seiner Paraderolle wiederzusehen war richtig schön. Dexter in Winterjacke anstatt im Hawaiihemd zu sehen, war anfangs recht ungewohnt. Der Settingwechsel hat mir aber durchaus zugesagt. Inhaltlich und darstellerisch konnte mich die Staffel nur so halb überzeugen. Das gemächliche Herantasten an Dexters altes Ich hat mir gut gefallen. Die neuen Charaktere nerven aber leider und sind zum Teil nicht gut gespielt. Clancy Brown ist darstellerisch neben Hall noch am besten aufgestellt und als Antagonist okay, aber man hätte sich etwas mehr einfallen lassen können. Er wirkt schon recht beliebig und bleibt mit seinem Motiv nicht weiter im Kopf wie ein John Lithgow in Season 4. Dass Dexter mit seinem Sohn Harrison, der mittlerweile zum jungen Mann herangewachsen ist, konfrontiert wird, dürfte der interessanteste Strang der Staffel sein. Er sorgt auch durchaus für die unterhaltsamsten Momente.

Die Staffel ist durchaus solide, verschenkt aber auch einiges an Potenzial. Es gibt ziemlich viele dämliche Drehbuchentscheidungen und die zum Teil nicht so starken Schauspielleistungen der anderen Darsteller ziehen das ganze nur noch mehr runter. Harrison-Darsteller Jack Alcott empfand ich als fehlbesetzt. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber ich fand ihn echt nicht überzeugend. Hier wäre ein talentierterer Schauspieler wie Lucas Hedges, der Michael C. Hall sogar recht ähnlich sieht, meiner Meinung nach deutlich passender gewesen. Die Vater-Sohn-Beziehung ist immerhin der wichtigste Aspekt der Staffel und wenn einer der beiden Darsteller nicht in die Rolle passt, trübt das den Eindruck.

Zum Finale kann ich nur, dass ich es auch sehr enttäuschend finde. Es wirkt alles gehetzt und sehr antiklimaktisch. Wie die Serie für den Charakter Dexter endet, finde ich sehr passend. Der Weg dahin ist aber ziemlich schwach umgesetzt und der Moment ansich ist auch wieder fragwürdig geschrieben. Ich halte die Staffel für keinen Totalreinfall wie manch andere, aber teilweise fragt man sich, ob man es nicht einfach bei der achten Staffel belassen hätte solle. Dieses Ende ist endgültiger, aber ob ich jetzt zufriedener bin wie damals, kann ich nicht sagen. Dafür war der Weg dahin viel zu holprig. Der Hauptgrund für diese Zusatzstaffel war das bei Fans übel aufgestoßene Serienfinale. Mein erster Gedanke, als New Blood angekündigt wurde, war "Oh, sie wollen ein würdiges Ende schaffen und die Fans zufriedenstellen." Leider ist dies zumindest für mich nicht geglückt. Schade.

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