Kinomann ★★★½

Wem ein exemplarischer Einblick davon fehlt, wie die DDR-Doktrin leistungsorientierten (Ab)Arbeitens selbst in *der leidenschaftlichsten Sache der Welt* (also Kino) einem Parasiten gleich ins hohe Alter überleben kann, unter welcher prompt die gesamte Familie leiden muss, weil nix einfach sein darf, alle an einem Strang ziehen sollen und Er, der Profi deswegen permanent Anweisungen & Stecher-Legenden von einst in die Landschaft hofiert - der wird hier fündig!

Eine Sommer-Doku unverhoffter Ultratristesse aus Sachsen-Anhalt - samt prall-verdoppeltem Boden, welcher den Zonen-Pathos in Ranzdörfer voller Sauf- & Fresszelte, Biker & Best-Ager mit Mecki-Frisuren (durchweg!) runterfolgt, die "Bohemian Rhapsody" & Mauer-Lehrfilme auf weißen Plastik-Gartenstühlen im Freilichtkino sehen wollen (ganz gleich, wie lang Sonne & Partybeleuchtung dabei in die Projektion knallen).

Mitten drin die letzten Atemzüge sozialistischer Sippensklaverei, in der Papa, Mama & Tochter Mobiler Filmvorführer nichts Nettes mehr übereinander zu sagen haben bzw. ihren Hass eines getriebenen Daseins "wie's alles sein muss" nur noch unter leidlich ironischen Neckereien verstecken, wie man sie aus den Stuben entferntester Verwandter und ihrer "Ehedrachen" kennt.

Das Endgame der Planwirtschaft, die Leinwand wird wie eine Fahne eingepackt - mitgehangen, mitgefangen und gewiss kein Denkmal für the magic of cinema & weiterhin ausbaufähigen Präservierungs-Notwendigkeit, eher ein weiterer Beweis, dass der unter sich bleibende Osten alles Schöne zum Hässlichen mutieren kann. Reife Leistung, dieser Anti-"Ecki's Welt"!