Loro ★★

Gesehen auf dem Cologne Filmfestival

Paolo Sorrentino, dem Regisseur von großen Werken wie Youth, La Grande Belezza oder Il Divo, leistet sich mit seinem neuen Werk Loro einen riesigen Fehltritt. Der Film, der sich mit der Figur Berlusconi auseinanderzusetzen versucht, versagt auf ganzer Linie. Nach 20 Minuten hat jeder auch noch so langsame Zuschauer verstanden, dass die italienische Politik von sexistischen, machtbesessenen und egoistischen Männern dominiert wird, für die Frauen nichts anderes als Mittel zum Zweck sind. Diese Darstellung von geilen Männern, nackten Frauen und banalsten politischen Intrigen wiederholt Sorrentino dann in einer gefühlten Endlossschleife, sodass er auf 2h zu lange 145 Minuten Laufzeit kommt. Szenen, die Sorrentinos La Grande Bellezza-Genie aufblitzen lassen wirken in diesem Werk gewollt und völlig fehl am Platz, die politische Auseinandersetzung mit der Hauptfigur kratzt nur leicht an der Oberfläche und die Menge an weiblicher nackter Haut, die der Film präsentiert lässt durchaus die Frage zu, ob ein endloses Schaulaufen von Charakterlosen Frauen wirklich dazu taugt, das politische Patriarchat zu kritisieren. Weniger, dafür intensiver, wäre hier eindeutig mehr gewesen. Der Mann, der mit Il Divo bewiesen hat, dass er sich einfallsreich und hintergründig mit der italienischen Politik zu beschäftigen vermag, kann diesen Eindruck mit Loro nicht einmal im Ansatz bestätigen. #ffcgn

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