Metropolis ★★★★

Filmwelt Filmclub #15 - Metropolis - Ausgewählt von Jonas

Ist halt einer der großen Namen im deutschen Kino. Ich war großartig unterhalten.
Die schauspielerische Arbeit steht im Zeichen der Zeit. Die überzeichnete theatrale Mimik und Gestik gleicht das Fehlen des gesprochenen Dialogs aus und zusammen mit der Orchesterbegleitung steht der Film dem Tonfilm in kaum etwas nach.

Was mich an dem Film stört ist die fehlende Sprengkaft der ganzen Handlung. Es wird eine Pseudochristliche Heilsbotschaft verkündet, deren Messias Freder als höchstgeborener Aristokrat sein muss. Arbeiter lassen sich zur Mobgewalt, Aristokraten zu Lustexzessen verlocken, aber die Naivität des Helden und die reinheit der Madonna kann alle wieder an einen Tisch bringen.
Maria als einzige Frau mit tragender Rolle wird Buchstäblich zum Objekt des Madonna-Huren-Komplexes der männlichen Akteure gemacht um das herum Handlung geschieht. Dass feministische Bemühungen um die Zeit schwach dargestellt werden ist schätze ich verzeihbar, aber dass von dem Film die Klassenproblematik der Zeit so verwaschen aufgemalt wird, dass sie fast nichts zu echten Problemen beitragen kann ist schwach. Damit ist der Aufruf an Brüderliebe mehr kitschig und deprimierend als erbauuend.

Das gesagt, der Film ist interressant in seiner Darstellung der Zukunft, in Set-Bau und in der Thematik des Androiden. Die Idee der Automatenfrau welche die Männerwelt bezirzt ist zwar nicht neu (ETA Hoffmann, der Sandmann), aber hier besonders poignant insofern die Maschinenfrau dem erschaffer strengstens gehorcht, was das Motiv der Verantwotung des Menschen der Technik gegenüber schön unterstreicht. Es muss auch nicht jeder Roboter einen freien willen haben.

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