Ford v Ferrari ★★★★½

Gar nicht mal so schlecht für einen Typen-Film. Eigentlich stimmt in diesem Film verdammt viel. Das Licht. Die Stimmung. Die Spannung und natürlich Christian Bale. 
Aber auch die weitere Besetzung muss erwähnt werden. Und hier besonders eine.
Der Regisseur hat mit Caitriona Balfe (sie spielt Mollie Miles) die einzige Frauenrolle die der Film hergibt besetzt, aber dafür eine Frau gefunden die Christian Bale absolut auf Augenhöhe begegnet und nur fünf Jahre jünger ist als er. So etwas fällt auf, wenn ich in einem Film sitze der quasi nur aus Männern und ihren Egos besteht. Und der Film macht dafür so vieles nicht. Entscheidet sich gegen Sex und Machtgefälle. Gegen nackte PinUps an Werkstattwänden die zwar angedeutet werden, aber nur verschwommen. Wir gucken also nicht Minutenlang auf nackte Frauenkörper. Ebenso gibt es keine Pokalschwingenden Schönheiten oder Grid-Girls. 
Das Thema Autos hätte all das bedienen können und er tut es nicht.
Stattdessen hat James Mangold einen Film über Freundschaft geschaffen, der trotz seinen gut 150 Minuten kurzweilig daher kommt und das im besten Sinne. Ja es geht auch um Autos. Aber für mich stand noch mehr die Freundschaft zwischen Ken Miles (Christian Bale) und Carroll Shelby (Matt Damon) im Vordergrund, sowie ihre gemeinsame Leidenschaft Rennen zu fahren. 
All das sehen wir in fantastischen Kamerafahrten und einem Licht als wäre der Film eine Fotografie aus den 60er Jahren. Die Musik steigert die Spannung in jeder gefahrenen Runde und nimmt sich genau im richtigen Moment wieder zurück.
Einmal tief durchatmen. Mit Ken Miles im GT40 sitzen und dann, runter schalten, aufs Gaspedal treten und die perfekte Runde fahren.

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