Napoleon

Napoleon ★★★★

Biopics sind leider oft nur ein Abarbeiten von historischen Ereignissen der jeweiligen Person und fokussieren sich immer nur auf einzelne Fragemente ihrer Geschichte. *Napoleon* ist da keine Ausnahme, arbeitet diverse Stationen des französischen Generals ab und inszeniert bildgewaltig dessen Schlachten. Joaquin Phoenix leistet abermals eine faszinierende Vorstellung – leider vermag aber weder er noch das Skript Bonaparte selbst eine wirkliche Entwicklung mitzugeben – der skrupellose Stratege ist bereits am Anfang des Films voll geformt und verändert sich quasi nicht. Kann sein, dass der schon angekündige Director’s Cut diese Scharte etwas auswetzen kann (der soll dann viereinhalb Stunden lang sein, die Kinofassung ist gute zwei Stunden kürzer), zumal Scott ein Meister dieser Fassungen ist. So haben wir aber noch keine Vorstellung, wo er herkommt (Korsika wird halt nur erwähnt) oder warum er eigentlich so handelt, wie er handelt – trotz einiger Zitate aus seinen Briefen.

Aber: Hochachtung an Ridley Scott ansonsten, der Regisseur versteht es nach all den Jahren immer noch, Schlachten auf die Kinoleinwand zu malen, die nicht in einem Chaos der Wackelkameras versinken müssen und bei denen man als Zuschauer immer den Eindruck hat auch zu verstehen, was man da gerade sieht.

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