Taste of Cherry

Taste of Cherry ★★★★★

Filmwelt Filmclub #49 - Taste of Cherry - Ausgewählt von Yaron

Ich hasse es bei Filmen dieser Art, kurz nach der Sichtung direkt etwas schreiben zu müssen. Nicht, dass ich nicht warten könnte, einen Text vor sich herzuschieben, hat die Situation diesbezüglich aber auch noch nie verbessern können.

Taste of Cherry ist, trotz seiner, aus rein filmischer Sicht, minimalistischen Seite, einiges. Vieles davon greifbar, einiges wird sich bei mir aber erst nach einer weiteren Sichtung mainifestieren können. Nicht, dass ich etwas nicht verstanden hätte, bei dieser Thematik brauche ich aber einen weiteren Anlauf.

Die ruhige Herangehensweise des Films ist beeindruckend. Die meiste Zeit spielt er im Auto, die Dialoge überwiegen das ganze, sind aber nicht das einzige auf das man sich verlassen kann und sollte. Bildlich ist Taste of Cherry faszinierend und gleichzeitig irgendwie in sich gekehrt. Er sieht mit seinen bunten Farben und zugleich tristen Landschaften bildschön aus, stellt es aber eher hässlich und hoffnungslos dar.

Dabei ist es interessant wie unauffällig in keiner einzigen Szene Musik hinterlegt ist. Mit unauffällig meine ich, dass ich es einfach nicht gemerkt habe. Es ist offensichtlich, aber einfach so wenig im Fokus, dass es irgendwie in der teils tiefen Leere der sandigen Straßen untergegangen ist.

Ebenfalls interessant ist, was die Geschichte einem bewusst vorenthält. Das mach den Film weniger charaktergetrieben, fokussiert sich mehr auf das was gesagt wird und präsentiert damit erneut was ich mit minimalistisch meine. Damit ist nicht (nur) die Inszenierung gemeint, das Vorenthalten ist es, was den Film so ausmacht. Er muss einem gewisse Dinge nicht erzählen. Darum geht es nicht.

Dabei hasse ich es fast schon wie schön er ist. Soll so ein Film schön aussehen? Darf man das schön finden? Sollte das überhaupt schön sein, oder stimmt mit mir einfach irgendwas nicht? Ich weiß es nicht. Diese Fragen ergeben irgendwie genauso wenig Sinn wie diese gesamte Review. Ich fühle mich die ganze Zeit so als hätte ich irgendwas nicht verstanden, oder als würde ich irgendetwas falsches schreiben. Jedenfalls fühlt es sich für mich sinnlos an. Vielleicht ist das dadurch genau das was diesen Film am besten für mich beschreibt. Und ich meine damit nicht, dass er sinnlos ist, sondern dieses Gefühl in mir auslöst.

Ach kein Plan, eine klassische "Review", welche ich in ein paar Jahren löschen werde. Ich höre jetzt einfach auf, ich wiederhole mich. Tschüss.

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