Dune

Dune ★★★★

Hier haben wir definitiv den größten Blockbuster des Jahres 2021. Vorweg möchte ich gleich sagen, dass ich nicht zu den gehypten gehöre, die den Film kaum erwarten konnten. Ich mag die Version von David Lynch sehr gerne, aber mir ist dadurch auch klar, was für eine Aufgabe dieser Stoff ist. Und wie diese Aufgabe für mich persönlich bewältigt worden ist und ob es für mich wie für viel andere ein Meisterwerk geworden ist, möchte ich in einer "kleinen" Review mitteilen.

Die Story
Oder eben auch der Prolog, denn "Dune" ist genau das, ein 155 Minuten Prolog. Hier wird die Welt gezeichnet und erklärt. Was sich auch ab und zu im Pacing wieder spiegelt, aber dieses fängt sich auch immer wieder. Die eigentliche Geschichte fängt erst an, wenn es schon vorbei ist. Hier ist alles auf eine epische Reihe ausgelegt und ob das so klug ist, wird die Zukunft zeigen. Eins kann man auf jeden Fall sagen: Denis Villeneuve liebt die Vorlage und das merkt man zu jedem Zeitpunkt.

Die Welt
Darauf fokussiert sich der Film hauptsächlich und zeichnet diese mit sehr viel Sorgfalt. Dabei wird sehr gut erklärt wie die Welt funktioniert und welche Fraktionen es gibt. Ebenso wird sehr klar gemacht wie gefährlich sie ist. Dazu kommt noch, dass sie unfassbar schön designt ist. Denn obwohl es ein Wüstenplanet ist, sieht sie unglaublich majestätisch aus. Und sie wirkt riesig, was vorallem im Kino und 3D nochmal unterstützt wird.

Die Figuren
Leider wird hierauf nicht so viel Wert gelegt wie auf die Welt. Größtenteils sind mir Charaktere nämlich leider einfach egal. Dabei sind die Darsteller auf ihrer Rollen wirklich passend gecastet, aber sie bekommen keine Tiefe. Natürlich kann man in einem Film nicht allen Charakteren unglaubliche Tiefe geben, aber hier bekommen die meisten einfach gar keine Dimensionalität. Die einzigen beiden sind unser Hauptcharakter und seine Mutter. Trotzdem wird hier schauspielerisch von jedem Darsteller Qualität abgeliefert.

Der Klang
Audiovisuell ist "Dune" ein absolutes Highlight, vorallem im Kino mit Atmos natürlich. Der Film bläst alles weg was nur geht. Hier klingt jeder Sound perfekt und hat eine unglaubliche Wucht. Egal ob ein Transportmittel startet, etwas explodiert oder einfach nur ein Wind geht. Oben drauf gibt es noch einen wie immer genialen und wuchtigen Score von Hans Zimmer. Alles zusammen ergibt einen fantastischen Klang.

Die Optik
Auch hier merkt man einfach wie sehr die Vorlage geliebt wird. Der Film sieht wirklich grandios aus. Ich habe noch nie einen Wüstenplanet so atemberauben schön in Szene gesetzt gesehen. Doch auch die anderen Welten, obwohl sie selten zu sehen sind, sehen wirklich klasse aus. Hinzu kommt noch, dass die Welt riesig wirkt. Ich möchte hinzufügen, dass ich den Film in 3D gesehen habe und dass es sich hier ausnahmsweise wirklich lohnt, weil ein unfassbares Weitegefühl hin zu kommt. Auch farblich ist der Film perfekt abgemischt und immer passend gewählt. Dazu kommt noch, dass der Film unfassbar smart CGI vertuscht, in dem er den Hintergrund immer unscharf macht oder eben im Dunkeln spielen lässt. Das Alles zusammen ergibt einfach eine wunderschöne Ästhetik.

Die Inszenierung
Hier bewegt sich "Dune" auf ganz hohem Niveau. Allein die Einführung des Wüstenplaneten ist atemberaubend und macht klar, wie gewaltig sie ist. Doch auch die Action ist genial inszeniert, denn sie ist wuchtig und mitreißend. Nur bei ein paar Kämpfen hätte ich mir weniger Schnitt gewünscht, da bei diesen manchmal die Wucht verloren geht.

Die Emotionen
Die funktionieren für mich persönlich nur bedingt. Wenn mir Darsteller Emotionen bieten, dann kauf ich es ihnen ab weil diese auch von fast allen unglaublich gut gespielt werden. Doch wenn mir der Film selbst aus einer Situation heraus Emotionen verkaufen will, funktioniert das für mich leider aus einem schon vorher erwähnten Grund nicht. Viele Figuren sind mir einfach zu egal dafür.

Also kommen wir zur Beantwortung meiner zwei Fragen vom Anfang: Ist für mich denn nun die Aufgabe hier gut erfüllt worden? Die Antwortet lautet: absolut ja! "Dune" ist geniale Science-Fiction und ein gewaltiger Blockbuster, der seines Gleichen sucht. Er ist definitiv nicht perfekt, aber durch seine gewaltige Wucht, die unfassbar beeindruckende Optik und den umwerfenden Sound sieht man gerne über seine Schwächen hinweg. Doch ist er denn nun ein Meisterwerk für mich geworden? Tut mir leid, aber für mich lautet die Antwort darauf: nein! "Dune" hat eben seine Schwächen und ist nun einmal ein 155 minütiger Prolog. Ein genialer Prolog, keine Frage, aber eben nur ein Prolog. Doch ich will definitiv mehr davon. Mehr von der Wucht, von der Schönheit, vom Sound, von der Spannung, der Gefahr, der unendlich Wüste, einfach von allen mehr. Vorallem von der unglaublichen Liebe zu der Vorlage. Daher hoffe ich inständig, dass der Streit Warner gegen Legendary Pictures und Denis Villeneuve irgendwie gelöst werden kann. Ebenso hoffe ich, Warner macht nicht den Fehler und lässt eine mögliche Fortsetzung von anderen machen. Denn wie das ausgehen kann, haben wir an den Star Wars Sequels gesehen. Und Warner kann hier sein eigenes episches Star Wars bekommen. Doch ob es die gute oder schlechte Variante wird, liegt eben bei Warner selbst. Doch ein bisschen auch bei uns, denn ich würde euch bitten geht für diesen Film ins Kino. Denn Denis Villeneuve hat gesagt er hat "Dune" für das Kino gemacht und das kann man mit jedem einzigen Sinn spüren. Mich auf jeden Fall hat Denis Villeneuve's Vision im Kino verschlungen wie ein Sandwurm in der Wüste von Arrakis.

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