Alien Resurrection ★★★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Spoiler-Warnung!


Alien - Die Wiedergeburt (engl. Alien Resurrection)
Kinofassung


Einleitung
Wie sein direkter Vorgänger gilt auch der vierte Film der Alien-Reihe als ziemlich umstritten. Das kan ich auch durchaus nachvollziehen, kann sich dieses Werk schließlich nicht mit den vorherigen Teilen messen - besonders Alien und Aliens - und war die Geschichte doch eigentlich spätestens mit Alien³ abgeschlossen. Man stand auch vor einigen Problemen, denn man wollte keinesfalls auf Sigourney Weaver verzichten und spielte auch mit so verrückten Idee, wie den dritten Film im Nachhinein komplett als Traum von Ripley abzustempeln. Die Serie Dallas lässt grüßen.
Joss Whedon verfasste schließlich ein Drehbuch, dass Weaver zur Mitarbeit überzeugen konnte. Von Whedons Drehbuch soll aber scheinbar nicht viel übrig geblieben sein, obwohl er in den Credits im Film als einziger Autor erwähnt wird. Viele andere Personen sollen wohl an dem Drehbuch herum gedoktort haben und Whedon selber soll wohl sehr unzufrieden mit dem Endergebnis sein.
Ich persönlich kann mit Alien - Die Wiedergeburt gut leben und habe auch jedesmal meinen Spaß mit dem Film.


Überflüssig und doch voller Möglichkeiten

Trotz vorhandener Schwächen und seiner Überflüssigkeit kann man diesem Science-Fiction-Film sein vorhandenes Potential nicht absprechen. Die Idee Ripley und die Alien-Königin 200 Jahre nach Teil 3 zu klonen und zurück ins Leben zu holen, samt Ripleys kompletten Erinnerungsvermögens, wirkt natürlich erst mal etwas billig und hanebüchen, man hat aber damit wohl die vermeintlich beste Möglichkeit für eine Fortsetzung mit Weaver gefunden, wenn man vor allem bedenkt, welche Ideen es noch so gab.
Diese Ausgangslage öffnete zumindest die Tür für neue Möglichkeiten und führte die Alien Evolution weiter. Auch der geklonten Ripley konnte man neue Facetten angedeihen lassen. Die Szenen beispielsweise, in der die 8. Ripley die anderen sieben geklonten Ripleys findet, gehört für mich zu den großen Highlights dieses Filmes. Diese Szene ist richtig stark und absolut großartig, ekelerregend und schockierend inszeniert.


Mehr, mehr Action
Handwerklich kann man auch viel Positives vorfinden. Der dreckige und heruntergekommene Look sieht klasse aus und nähert sich wieder dem originalen Film an. Auch die Alien Designs und die praktischen Effekte können sich wirklich sehen lassen. Das CGI ist hingegen nicht besonders gut gealtert.
Schade ist es allerdings, dass man mit seinen vorhandenen Möglichkeiten nicht besonders viel anzufangen weiß. Eine ausgeklügelte Handlung existiert nicht wirklich, stattdessen setzt man den Fokus vor allem auf coole Action und ein bisschen Horror. Damit macht man den Film zwar sehr unterhaltsam, er wirkt aber auch viel austauschbarer als seine Vorgänger. Die coolen und übertriebenen Actionszenen wollen auch leider nicht so wirklich zum Rest der Filmreihe passen und sie nehmen einem der größten Filmmonster ein wenig seinen Schrecken.


Die Darsteller
Was die Darsteller angeht, gibt es auch wenig zu meckern. Mit Sigourney Weaver, Winona Ryder, Ron Perlman, Brad Dourif oder Michael Wincott hat man talentierte Schauspieler dabei. Für Winona Ryder hatte ich in der Pubertät sogar eine Weile richtig geschwärmt und auch heute noch sieht sie in einigen Einstellungen richtig süß aus. Ihre Rolle als Androide Call ist durchaus interessant.
Sigourney Weaver gibt alles wie in jedem Teil. Die neue Ripley ist auch spannend, letztendlich macht man aber zu wenig mit ihr. Dann hört es aber auch mit den interessanten Figuren fast schon wieder auf und das ist auch ein Problem des Filmes. Denn letztendlich interessieren die Soldaten und die Weltraumpiraten nicht wirklich. Stellenweise nerven sie sogar richtig. Die Charaktere in Alien - Die Wiedergeburt sind wirklich nur noch ein Witz, im Vergleich zu den Protagonisten von Teil 1 und 2. Lediglich Brad Dourif darf hier als größenwahnsinniger Wissenschaftler ein bisschen glänzen und sein Können unter Beweis stellen. Brad Dourif wertet den Film mit jeder seiner Szenen deutlich auf. Eigentlich schade, dass dieser begnadete Darsteller für ausgerechnet diesen Teil der Reihe verbraten wurde.


Die vollkommene Königin
Grundsätzlich werten natürlich auch die genialen Aliens den Film mit ihren Szenen auf. Es ist schön, die Königin nach Aliens wieder dabei zu haben, wenn auch leider nicht allzu lange. Überhaupt hätte man aus der Verbindung zwischen Ripley und der Königin noch so viel machen können. So sprechen beispielsweise Personen im Film ein paarmal an, dass man sich nicht sicher sein könne, auf welcher Seite sich Ripley befinde, nur leider spürt man als Zuschauer nie diese Zweifel.
Dass die Königin auf neue Weise ein neues Alien gebärt, ist dabei auch ein cooler Einfall. Leider gefällt mir das Design dieses neuen Aliens überhaupt nicht und ich hätte lieber ein vernünftiges, klassisches Alien im Showdown dabei gehabt.


Fazit
Die ersten drei Filme gefallen mir besser als Alien - Die Wiedergeburt und auch Prometheus gefällt mir um einiges besser, aber dennoch bietet auch dieser Film gelungene und kurzweilige Unterhaltung, wie immer eine hervorragende Sigourney Weaver, das coolste Alien der Filmgeschichte und auch den einen oder anderen Höhepunkt sowie ein paar ordentliche Ideen. Auch wenn mir hier der Stil des französischen Regisseurs Jean-Pierre Jeunet nicht immer zusagt, hat man nun zumindest bei den ersten vier Alien Filmen vier eigene Stile von vier unterschiedlichen Regisseuren. Diese Konstellation ist irgendwie recht spannend und für einen vierten Teil einer Filmreihe ist Alien - Die Wiedergeburt im Vergleich auch gar nicht mal so verkehrt geraten.

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