Freaks ★★★★

Mehr oder weniger war es der Zufall, dass ich über diese kleine Perle gestolpert bin. Mit seiner Grundidee war Freaks sofort sehr interessant für mich. Ganz grob könnte man ihn als einen X-Men Film oder etwas allgemeiner als Superhelden Film der etwas anderen Art bezeichnen. So viel kann ich wohl verraten, denn dies war auch die Aussage über den Film, die ihn für mich interessant machte.

Mit einer stimmigen Atmosphäre, einem ruhigen Erzähltempo und einer kleinen, intimen Geschichte unterhält diese kleine Werk sehr gut. Die Charaktere wirken wie gewöhnliche Menschen mit denen man sich stellenweise sehr einfach identifizieren kann, wodurch einem diese am Ende durchaus ans Herz wachsen können und einen ihre Schicksale nicht unberührt lassen. Das hängt allerdings auch ganz eindeutig mit den sehr gelungenen schauspielerischen Leistungen zusammen.

Anfangs versucht Freaks noch ein wenig zu verbergen, was er uns erzählen möchte und wohin seine Reise führen soll. Das funktioniert aber leider nicht ganz so gut, wie es der Film gerne hätte. Auch geht man bei den vielen spannenden Themen des Filmes, welche auch in unserer Welt und in der heutigen Zeit absolut aktuell sind, teilweise nicht besonders in die Tiefe. Insgesamt bleibt die Handlung somit etwas zu vorhersehbar und man macht ein bisschen zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Die spannenden, bewegenden, traurigen, erschreckenden und emotionalen Highlights von Freaks können diese Schwächen allerdings ein wenig wett machen.

Richtig positiv fiel mir hingegen auf, wie man die Welt dargestellt hat. Anfangs weiß man praktisch überhaupt nichts über die Welt in Freaks und ist auch am Ende nicht so viel schlauer, da man hier wirklich nur das Nötigste erfährt. Das macht die ganze Sache wiederum sehr spannend und interessant. Man fühlt sich wirklich so, als wenn man in eine bestehende Welt hineingeworfen wurde, die man nur aus der Sicht bzw. durch die Augen eines kleinen Mädchens kennenlernt und von der man am Ende gerne noch viel mehr gesehen hätte.

Da dieses Werk dann auch noch weiter gewirkt und mich nachhaltig beschäftigt hat, konnte es sogar noch gewinnen und mich im Nachhinein noch mehr begeistern. So fühle ich mich selber auch inzwischen richtig hin- und hergerissen, denn einerseits habe ich mit den ausgegrenzten sogenannten Freaks durchweg Mitgefühl, wenn ich dann aber sehe, was zum Ende des Filmes passiert, kann ich irgendwo auch verstehen, woher dieses Misstrauen und die Angst ihnen gegenüber herkommt. Denn letztendlich läuft auch hier wieder alles auf eine Abwärtsspirale der Gewalt hinaus, in der Gewalt zu immer noch mehr Gewalt führt.

Man sollte keine Wunder oder ein zeitloses Meisterwerk erwarten. Dennoch lohnt es sich allemal Freaks eine Chance zu geben. Für Fans von Superhelden Filmen ist er sicherlich interessant, aber auch Leute, die genug von dem Genre haben, können hier womöglich eine willkommene Abwechslung vorfinden.

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