Lady Snowblood ★★★★½

Japanuary 2018 - Film Nr. 3

Schon die ersten Bilder setzen das Niveau, auf dem sich "Lady Snowblood" in den kommenden anderthalb Stunden bewegen wird. Wir sehen das Innere eines Frauengefängnisses im Japan des 19. Jahrhunderts. Während eine junge Frau sich von den Strapazen einer kürzlichen Geburt im Kreise ihrer Mitgefangenen zu erholen scheint, herrscht draußen eine unwirkliche Dunkelheit aus tiefem Schwarz. Durch die zugigen Holzlatten, die die Baracke begrenzen, sieht man dicke Schneeflocken als Kontrast. Alleine dieses Bild hat sich bei mir so festgebrannt, weil es so wunderschön gefilmt ist, dass ich direkt Feuer und Flamme war für dieses Werk von Toshiya Fujita, welches ich bislang nur vom Hörensagen als wohl großen Einfluss auf Tarantino wahrgenommen hatte.

Dieser ist natürlich unverkennbar. Ähnlich wie „Kill Bill“ erzählt „Lady Snowblood“ von einer jungen Frau, deren Schicksal und Aufgabe es ist, gegen eine Gruppe von Gangstern in die Schlacht zu ziehen, welche ihre Familie auf dem Gewissen hat. Auch unabhängig vom Grundplot wird bei der Sichtung deutlich, wie stark sich Tarantino hier bedient hat bzw. hat inspirieren lassen, von Musik bis hin zu einzelnen Schauplätzen. Und „Lady Snowblood“ hat es dabei verdient, dass ihm diese Huldigungen zuteil werden. Von Anfang bis Ende ist der Film einfach wunderschön gefilmt, das knallrote Kunstblut strömt dabei in Mengen und setzt schöne Kontraste zu unserer Protagonistin, die sich in helle Kimonos hüllt und fast unschuldig wirkt auf ihrem brutalen Rachefeldzug. Der Film schafft dabei eine sehr gelungene Balance zwischen spaßigem Splatter und schön choreographierten Kampfszenen auf der einen, und sich auf seine Charaktere fokussierenden Momenten auf der anderen Seite.

Insgesamt ein äußerst toller Film, den ich nur zu gerne einmal auf der großen Leinwand bestaunen möchte, um diesen tollen Bildern noch mehr Raum zum Beeindrucken zu geben.