Planes, Trains and Automobiles

Planes, Trains and Automobiles ★★★½

Die Reise des bockigen Marketingfachmann Neal Page (Steve Martin) von New York nach Chicago wird wegen eines Schneesturms und einer darauffolgenden Notlandung in Wichita zu abenteuerlichen Katastrophe, auf dessen Weg er den gutmütigen, aufgedrehten Duschringverkäufer Dale Griffith (John Candy) nicht mehr los wird. Als den beiden auch noch ihr gesamtes Geld gestohlen wird, ist guter Rat teuer, um die hunderte Meilen bis Chicago zu überwinden und noch rechtzeitig zu Thanksgiving anzukommen.

"Ein Ticket für Zwei" ist eine sehr amüsante (Anti-)Buddy-Comedy von und nach John Hughes ("Home Alone") mit zwei bestens aufgelegten Hauptdarstellern, dessen Prinzip hunderte Male (meist schlechter) kopiert wurde. Zwei ungleiche Charaktere, der eine mürrisch und arrogant, der andere herzlich und extrovertiert, die sich im Verlaufe des Films und der sehr unterhaltsamen Reise durch die Staaten immer wieder in die Haare kriegen, mit so einigen Misserfolgen bzw. Missgeschicken konfrontiert werden, aber doch zusammenhalten und am Ende (ich denke das dürfte kein Spoiler sein) zu guten Freunden werden. Gegen Ende bietet "Ticket für Zwei" trotz aller Vorhersehbarkeiten dann auch etwas Kitsch und nimmt eine nachdenkliche, fast schon traurige Wendung, zumindest für einen Moment. Der Humor wird vor allem optisch übertragen, wenn Candy und Martin sich ein Hotelbett teilen oder ihr Fahrzeug hinter ihnen in Flammen aufgeht, wird subtiler aber sehr effektiver Slapstick geboten, der dazu von einem Soundtrack begleitet wird, der nicht mehr nach den Elektro-80ern klingen könnte und dabei so aufdringlich wie Dale Griffith selbst ist.
Das deutsche Quasi-Remake "Zwei Weihnachtsmänner" mit Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst, dass sich hier viel abgeschaut hat, kann ich übrigens ebenfalls empfehlen und ist eine nette Variation der Story.

"Ein Ticket für Zwei" ist ein ziemlich unterhaltsamer, witziger Roadmovie/Buddy-Comedy-Mix mit einer gehörigen Portion Slapstick, zwei glänzenden Hauptdarstellern und einer subtilen, gelungenen Festtagsatmosphäre und einer weiteren Anlehnung an das "Scrooge"-Thema: Hartherziger Kapitalist erfährt eine Läuterung und verändert sich zum Guten. Die Slapstickeinlagen sitzen, die Gagtrefferquote liegt im überdurchschnittlichen Bereich. Man sollte allerdings eine gewisse Portion Schadenfreude mitbringen. :D

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