The Thin Red Line

The Thin Red Line ★★★★★

"Willst du Recht schaffen, gütig. Beruht darauf deine Zuversicht, wirst du von Allen geliebt? Wisse, dass ich es wurde, auch ich. Glaubst du, dass dein Leiden geringer sein wird, weil du an das Gute geglaubt hast."

Wer könnte einen besseren Antikriegsfilm konzipieren, als einer der letzten großen Moralisten Hollywoods: Terrence Malick.
Während die meisten Antikriegsfilme fast ausschließlich die Unmenschlichkeit thematisieren, stellt Malick diese der Liebe und dem Humanismus entgegen, begleitet (wie so oft bei Malick) von einem nachdenklichen, philosophischen Off-Kommentar.
Allein die Besetzungsliste ist mehr als beeindruckend:
Sean Penn, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, Elias Koteas, John Cusack, Woody Harrelson, Nick Nolte, John C. Reilly, George Clooney, John Travolta, Jared Leto, Nick Stahl, Thomas Jane...
Durch den philosophischen Kontext wirkt "Der schmale Grad" geradezu wie ein Essayfilm, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Sinnlosigkeit des Krieges wie kaum ein anderer zu zeigen und dass es im Krieg keine Helden gibt, sondern nur Opfer, was "Der schmale Grad" in teils sehr schmerzhaften Bildern zeigt. Während andere Kriegsfilme Patriotismus, Pathos und Heldentum zeigen, scheut sich dieser Film nicht die auch scheinbar stärksten Kerle als verwirrte, ängstliche und unsichere Figuren in einem unberechenbaren Spiel darzustellen. Das Einnehmen einer hoch grasbewachsenen Anhöhe wird dabei zum zentralen Bestandteil des Films und gehört zu den intensivsten Sequenzen, die das Antikriegskino zu bieten hat, in der es keine Gewinner gibt, sondern nur Verlierer und Leid.

"Der schmale Grad" ist der vielleicht menschlichste und philosophischste aller Antikriegsfilme und eine mehr als beeindruckende Erfahrung, der grandiose Bilder liefert, die man nicht so schnell vergisst, mit einem umwerfenden Cast aufwartet und wie kaum ein anderer das Leid und die Sinnlosigkeit des Krieges zeigt und gleichzeitig zu einer Meditation über Menschlichkeit, die Natur, das Gute und das Böse in uns wird und dabei völlig auf Pathos und Patriotismus verzichtet. Eine nahezu transzendente Erfahrung. Für mich zusammen mit "Apocalypse Now" und "Komm und sieh" der beste aller Antikriegsfilme.

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