Grave of the Fireflies ★★★★★

Ich habe diesen Film lange vor mich hingeschoben, weil ich mir immer gedacht habe „Ach ne, ich bin dafür gerade nicht in der richtigen Stimmung“... nur wann ist man jemals in der ‘richtigen Stimmung‘, um sich einen Kriegsfilm anzusehen ? Genau, wahrscheinlich nie.
Deshalb habe ich mich heute dazu durchgerungen endlich mal „Die letzten Glühwürmchen“ von Studio Ghibli nachzuholen.

Wir sind in Japan, es ist das Jahre 1945, kurz vorm Ende des zweiten Weltkriegs.
Der 14-jährige Junge Seita (Gerrit Schmidt-Foß) und die 4-jährige Setsuko (Adak Azdasht) haben gerade ihre Mutter bei einem Bombenangriff verloren und leben nun bei ihrer Tante.
Sie versuchen Essbares in den Trümmern der umliegenden Stadt zu finden und nicht bei einen der vielen Luftangriffe das gleiche Schicksal wie ihrer Mutter zu ereilen.
Im Prinzip erzählt man hier die letzten Züge des zweiten Weltkriegs aus der Sicht eines Teenagers und seiner kleinen Schwester... Seita tut wirklich Alles, um irgendwie seine kleine Schwester Setsuko nicht nur am Leben sondern auch bei Laune zu halten.
Eine Weile läuft es für die beiden einigermaßen okay, aber zum letzten Drittels des Films kippt das total rasant.
Seita und Setsuko bekommen zu spüren, was der Krieg aus einigen Leuten macht und das man sich in so einer Ausnahmesituation nichtmal auf die Familie verlassen kann.

Ich war erstaunt wie ruhig ich während des Films war, da ich normalerweise gerade bei kleinen Kindern schnell emotional involviert bin und irgendwann gar nicht anders kann als zu weinen.
Nur irgendwie blieb das aus.
Ich saß da mit meinen Kopfhörern und habe mir ohne Unterbrechung total ruhig „Die letzten Glühwürmchen“ angesehen. Ich habe ganz still Seita und Setsuko bei ihrem Überlebenskampf zugesehen, der ergreifenden Musik gelauscht, mir die Bilder eingeprägt...
Und dann liefen die Credits.
Es war fast so als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte. Plötzlich saß ich da, tränenüberströmt und konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. Ich habe bestimmt selbst nachdem die Credits vorbei waren 10 Minuten einfach nur dagesessen und unzählige Tränen vergossen.
Das hatte ich noch nie. Ich war während des Films wie gelähmt und zwar so sehr, dass ich nichtmal weinen konnte und erst als es vorbei war, konnte ich meinen Emotionen freien Lauf lassen.

5 von 5 Sternen als Kriegsfilm / Drama.

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