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  • Shoah

    Shoah

    Das schlimmste ist die Tatsache, dass die Welt angesichts solcher Gräueltaten stumm bleiben kann....dass die Realität nicht auseinander reißt..dass die Grundfesten der Wellt nicht zusammenbrechen vor dem menschlichen Leid...nein..dort wo früher Millionen Menschen geschlachtet worden sind, wachsen heute wieder Blumen und Bäume.

    Ich habe diese 9 stündige Dokumentation auf 2 Tagen verteilt geschaut. Ich fühle mich jetzt leer, ausgelaucht, ausgesaugt jeder Emotion. In den ersten Stunden hatte ich zeitweise noch Tränen in den Augen. Aber als in der 5. Stunde…

  • Foxtrot

    Foxtrot

    Die israelische Gesellschaft befindet sich in der Schieflage.
    Seit dem Tag der Staatsgründung herrscht in Israel der permanente Ausnahmezustand. Die Gesellschaft ist geprägt durch objektive und strukturelle Gewalt, Traumata, Neurosen, zwanghafter Selbstdisziplin, Angst, Verdrängung Schuldgefühlen. Die gebrochenen Männer, die in ihr leben, versuchen durch Tritte nah außen und langen Gewehren jegliche Nähe zu verhindern und ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten, damit sie weiterleben können.
    Man tanzt Foxtrott. Man bewegt sich keinen Schritt vorwärts, sondern kommt immer wieder am Ausgangspunkt an.…

  • Twentynine Palms

    Twentynine Palms

    Stellt euch vor Michael Haneke hätte "Zabriskie Point" gedreht, nachdem er "Irreversible" gesehen hätte.

    Während der Anti-Amerikanismus bei Godard sich nur in philosophischen Dialogen wiederfindet - wie bei "Éloge de l'amour" (2001), manifestiert sicher jener in diesem Film aber zu einem richtigen kompromisslosen Horror-Trip .
    Amerika, dieses große Land ohne Geschichte, Kultur und Menschlichkeit, voll von Leere (Symbol der Wüste), Konsumwahn, Gewalt und Perversion - dieses Land ist nichts für uns Europäer. Wir finden da nur Hass, Wahnsinn und am Ende den Tod.

  • 303

    303

    Ein Anti-Tinder-Film

    Ganz leicht hätte dieser Films in Klischeehafte, in Schmalzig und Schnulzige abdriften können, der seine beiden Protagonisten der Peinlichkeit aussetzt.
    Aber Weingartner gelingt es hier völlig unzynisch seinen ersten Liebesfilm zu drehen - der gleichzeitig einer der besten deutschen Liebesfilme der letzten Jahre zu sein scheint.

    Es handelt sich darüber hinaus um einen Road-Movie in zweifacher Hinsicht: Beide 24-jährige Studenten fahren mit einem Wohnwagen von Berlin nach Portugal, aber die viel essentiellere Reise ist der Weg des Sich-Verliebens,…

  • Schindler's List

    Schindler's List

    ★½

    Godard

    "Schindler’s List is a good example of making up reality. It’s Max Factor. It’s color stock described in black and white, because labs can’t afford to make real black and white. Spielberg thinks black and white is more serious than color. Of course you can do a movie in black and white today, but it’s difficult, and black and white is more expensive than color. So he keeps faithful to his system—it’s phony thinking. To him it’s not phony,…

  • BlacKkKlansman

    BlacKkKlansman

    - Im langen Schatten Griffiths-

    Wie so oft sind die „politischen“ Filme Amerikas politisch völlig langweilig, brav und belanglos.
    So auch Spike Lees neues Werk, ein Film ohne die großartig herausgearbeiteten Ambivalenzen wie in „3 Billboards...“, sondern mit einer klaren Trennlinie zwischen uns hier, den Guten, und dort diesen dümmlichen, versoffenen Rassisten, die selbst im im Bett kuschelnd davon schwärmen, Schwarze umzubringen. Der Film macht es nicht schwer diese Rassisten zu verabscheuen, keinen einzigen Moment erleben wir sie in einer…

  • HERRliche Zeiten

    HERRliche Zeiten

    ½

    "Ein Land voller Schwuchteln, von einer Mutti regiert.
    Wir sollten uns nicht schämen, dass unsere Väter stolze, grausame Eroberer waren."

    Nicht nur die 2 Hauptcharaktere nehmen ein Bad in einem tiefen brauen Sumpf.
    Diese faschistoide "Komödie" ist nicht "provokant", er ist zutiefst menschenverachtend, insbesondere rassistisch , Frauen- und Arbeiter-feindlich.
    Die soziale Ungerechtigkeit der Arbeiter und die Dekadenz der Superreichen innerhalb der neoliberalen Gesellschaft wird zwar angeprangert, aber nur um die zeitgenössische Lohnausbeutung durch tatsächliche antike bzw. feudale Sklaverei zu ersetzen.…

  • An Elephant Sitting Still

    An Elephant Sitting Still

    Nihilismus ohne Sonne

    Emil Cioran schrieb, dass er keine Zeile von Kleist lesen konnte, ohne an dessen Suizid zu denken.
    Ähnliches gilt für diesen Film. Die Selbsttötung Hu Bos schwebt über jeder Minute dieses 4-stündigen Ausnahmewerkes.

    Die Welt die Hu Bo hier zeigt, ist eine von alles durchdringender Kälte. Der graue Nebel liegt den ganzen Tag schwer über der nördlich-chinesischen Provinzstadt. Der Gestank des Mülls auf den Straßen dringt in die verwahrlosten, dreckigen Wohnungen der Bewohner ein. Armut, Arbeitslosigkeit und…

  • The Captain

    The Captain

    - Das Verschwinden des "guten Nazis" -

    Zwei Wochen vor Kriegsende im Niemandsland findet der Gefreite Willi Herald eine Hauptmanns-Uniform, wodurch er an Autorität und Macht gewinnt, die er auf brutale, fanatisch und sadistische Weise missbrauchen wird. Er wird zum Hauptmann, weil alle glauben, dass er ein Hauptmann ist. ( Der Faschismus ist Form-bezogen). Aber er wird auch zum Hauptmann, weil alle einen Hauptmann brauchen. In diesen chaotischen Zeiten, kurz vor Kriegsende, verloren im lebensfeindlichen Niemandsland mit vorrückendem Feind, ist…

  • Transit 

    Transit 

    Barbarische Normalität

    Diesen Film werden leider nur die aller wenigsten sehen. Nur wenige Kinos zeigen dieses „Flüchtlingsdrama“. Zu überfüllt sind unsere Nachrichtensendungen fast jeden mit schrecklichen Bildern und Geschichten zu dieser Thematik. Wir sind abgestumpft. Wie soll uns ein fiktiver Film mehr berühren als die Realität? Voll waren auch die Kinos in den letzten Jahren mit teilweise rassistischen, aber stets schlechten „Migrations-Komödien“, vor allem in Deutschland und Frankreich. Einzige Ausnahme ist „Die andere Seite der Hoffnung“ (2017) von Kaurismäki, der…

  • The Lion Has Seven Heads

    The Lion Has Seven Heads

    Eine scharfe anti-kolonialistische Polemik

    "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum
    there will never be again
    a day of the Hitler's sons".

    Glauber Rocha flieht 1969 aus Brasilien in das eben kommunistisch gewordene Kongo und dreht dort diesen Film in Gestalt eines politischen Pamphlets.
    Eine wirwirkliche Handlung lässt sich kaum erkennen. Ein weißer christlicher Priester (gespielt von Jean-Pierre Leaud <3) verkündet das Ende der Wellt. Der Revolutionär Pablo aus Latein-Amerika, will wie Che Guevara die Revolution nach Afrika bringen und die kolonialistischen und…

  • 3 Days in Quiberon

    3 Days in Quiberon

    Weltverlust.
    Ein wundervoller Film, bei dem die Leinwand meistens zu etwa 50% im Zigarettenrauch verdeckt wird.
    Marie Bäumer spielt nicht Romy Schneider, - sie wird mit jeder Faser ihres Körpers zu ihr. Eine unglaubliche Schauspielleistung, die es verdient hat, mehrfach ausgezeichnet zu werden.
    "Ich mache mir Angst" sagt sie während des Films. Und diese Traurigkeit und tiefschwarze Melancholie, die Romy in diesen 3 Tagen umgibt, ein Jahr vor ihrem Tod, verschreckt auch den Zuschauer mit Angst.
    Kein lästiges Biopic über…