Lady of the Night ★★½

Mit dem Italo-Erotik-Sternchen der 80er: Serena Grandi (alle Frauen bitte kurz weglesen: deren Nachname beim Umfang ihrer Brüste irgendwie Programm ist). In der Inszenierung sehr normal und bieder gehalten, fliegt einem bei der Geschichte beinahe das Blech weg:

Angelina (Frau Grandi) und ihrem Ehemann fehlt der Pepp in der Ehe. Im Alltag wie in der Kiste, doch die "Rettung" naht in Gestalt des Lovers der Nachbarin. Weil Serena Nachts allein mit ihrem Fifi raus muss, erwischt sie beide im Auto beim Tête-à-Tête. Frau Nachbarin rennt schamerfüllt weg, Herr Liebhaber ist noch spitz und vergewaltigt Angelina kurzerhand im Hausflur ihres Wohnhauses. Dadurch bemerkt Angelina, dass sie es liebt, beim Liebesspiel härter genommen zu werden. Nur ihr Ehegatte, der bleibt (den ganzen Film über) langweilig und erfüllt nicht ihre (heimlichen) Wünsche. Diese lebt sie mit Fremden aus, wird aber vom Gatten inflagranti erwischt. Es kommt zur Trennung. Erst kämpft Angelina um ihren Mann, dann andersrum. Da ihr Mann auch beim Sex mit der Nachbarin sehr gelangweilt aus der noch am Körper befindlichen Wäsche guckt, bleibt die Libido in oberen Tabellenregionen und die Buhlschaft um die zuerst gechasste Angelina steigt und steigt... es gipfelt (SPOILER AHEAD!) in der Vergewaltigung des Gatten an der Frau und dem Happy End (sic). Angelina heult erst auf der Couch der Freundin und freut sich dann mit ihrem Männchen, dass er ihr endlich das gab, was sie wollte und liegen sich am Ende in den Armen.

Klingt unglaublich, ist die meiste Zeit allerdings ziemlich durchschnittlich inszeniert. Die de Angelis-Brüder zeigen hier, dass sie auch mit 80er Jahre-Synthie-Tamtam umgehen können, doch richtig spannend, geschweige denn erotisch ist das alles nicht. Die hanebüchene, sexistische Story könnte Gesellen, die schon bei ICH EIN GROUPIE nach der SchleFaZ-Ausstrahlung einen Scheißesturm auf Tele5 regnen ließen, das Herz sofort stehen lassen. Ist heute natürlich sehr befremdlich und selbst mich ließ es mehr als einmal die Augenbraue bis ganz nach oben schnellen. Das ist allerdings auch das einzige "Highlight" des Films. Wer gröbere Exploitation-Aussetzer aus dem italienischen Genrekino kennt, der hakt den Film schnell als das ab, was er ist: ein bemühter und - like I said - biederer Sex-Schmonz mit einigen ganz netten Szenen, grausamer 80er-Mode, seltsamen Sex-Szenen und eben dieser komplett bescheuerten Geschichte. Aber: es gibt bei weitem schlimmeres (und besseres).

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