Projekt A - A Journey to Anarchist Projects in Europe

Projekt A ist stilistisch nichts Besonderes, inhaltlich aber sehr spannend. Es werden anarchistische Projekte in Griechenland, Deutschland und Spanien vorgestellt. Der historische Hintergrund und die Kritik an bestimmten Praktiken fallen dabei leider hinten über.

Mir ist beispielsweise nicht klar, welche Alternative die Organisationsform des Anarchismus zum Wirtschaftssystem Kapitalismus bieten soll. Das sind zwei verschiedene Dinge, werden in der Doku aber häufig vermischt. Gerade, wenn die Cooperativa in Barcelona unkritisch Bitcoin, also eine komplett deregulierte und damit besonders für neo-liberales wirtschaften prädestinierte Währung als Alternative zu staatlichen Währungen preist, kommen mir doch einige Zweifel, wie vor allem die extremen Formen des Kapitalismus eingegrenzt werden sollen. Überhaupt bleiben viele schwammige Antworten auf konkrete Fragen im Kopf.

Spannend finde ich die Beschreibung des katalanischen Anarchismus in den 1930ern. Davon und von den theoretisch-philosophischen Hintergründen z.B. aus der Feder Bakunins hätte ich gerne mehr erfahren. Projekte wie das Kartoffel-Kombinat in München, der vergemeinschaftete Park mitten in Athen oder die fixe Idee eines ökologisch bewirtschafteten Dorfes in Katalonien inspirieren dabei durchaus neben dem Grundgedanken mehr Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaften in denen man lebt zu übernehmen.