Dune

Dune ★★½

Monumentale Substanzlosigkeit

In der Tat sind die Bilder, die uns DUNE bietet, opulent und vermögen es zunächst zu beeindrucken. Aber nach einer Stunde hat sich dann auch jeder an ihnen sattgefressen.

Denn Denis Villeneuves bis dato schwächster Film hat ein gewaltiges Epos-Problem. Jede einzelne Einstellung ist symmetrisch, durchchoreographiert und auf Hochglanz poliert. Die Bilder, die hier die Leinwand betreten, fühlen sich an, als wären sie der Werbung entlehnt. Dazu passt dann auch, dass Timothée Chalamets Charakter auch noch nach einem Sandsturm und Flugzeugabsturz in der Wüste ohne Kratzer, frisch frisiert und rasiert im makellos weißen, gebügelten Leinen durch den Sand stapft. Man mag durchaus die Werbeästhetik mögen, doch hält sie den Zuschauer auf Distanz. Ein (schön anzusehender) Genozid ereignet sich vor unseren Augen, doch nichts davon tangiert einen. Hinzu kommen noch die gekünstelten Dialoge, welche ebenfalls voll und ganz auf Epik abziehlen. Ausnahmenslos alle Charaktere dieses Filmes unterhalten sich dadurch, dass sie sich die gegenseitig die schönsten Wandtattoo-Sprüche Arrakis' um die Ohren hauen. Und in Chalamets esoterischen Visionen werden irgendwelche mystischen Dinge vor sich hingeraunt…

Verstärkt wird das Gefühl den überdimensionierten Leere schließlich dadurch, dass Hans Zimmer uns zweieinhalb Stunden lang mit den gleichen von Hörnern und Chören gespielten Akkorden zududelt, die man genau so schon in mindestens zwanzig anderen Filmen gehört hat. (Ich gebe allerdings zu, dass ich wirklich inzwischen eine Idiosynkrasie bezüglich Kompositionen von Zimmer entwickelt habe). Der Hall dröhnt, der Pathos trieft und das Spice funkelt – doch lässt einen das am Ende doch gänzlich gleichgültig zurück.

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