Dune

Dune ★★★★½

Es ist also möglich.
"Dune" ist verfilmbar und mehr als das: es taugt zum Meisterwerk. Die schiere Größe der Welt, die Villeneuve vor einem öffnet ist nicht zu bemessen. Keine Leinwand ist groß genug, um diesen hochkomplexen Makrokosmos in seiner Gänze einzufangen und so ist "Dune: Part One" am Ende auch nur genau das, was der Titel sagt: der Auftakt, die Einführung in eine gigantische und gigantomanische Welt von unglaublicher Komplexität und - Greig Fraser sei Dank - poetischer Schönheit. Dabei bedient sich Villeneuve nicht nur an der schieren Größe des Dune-Universums, um diese Urgewalt von Film zu entfesseln, sondern schafft es auch, ein Merkmal, das man jedem anderen Film zum Vorwurf machen würde, zu seinem Vorteil zu nutzen: Auf dem Lebensweg von Paul Atreides ist für Charakterentwicklungen kein Platz. Alles geht seinen vorbestimmten Weg, es passiert so wie es passieren muss und wie es schon immer passieren sollte. Alles dient einem höheren Ziel. Aus einem hochnäsigen designierten Herzog wird kein geläuterter Held. "Dune" macht uns zu Zeugen, wie ein junger Mann die ersten Schritte auf dem Weg zu einem Dasein als Gottkaiser des Universums macht. Das ist, verdammt nochmal, verdammt episch. Dementsprechend viel Gewicht lastet auf allem, jeder Shot trägt über 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte auf seinen Schultern, das Sounddesign reißt Dimensions-Tore auf und währenddessen verkündet jeder Ton des Scores, dass nach Jahren des Wartens der Lisan-Al-Gaib, Usul, Muad'dib, der Quisatz Haderach auf Arrakis, dem Wüstenplanten erschienen ist, und ein Stein, den der Imperator ins Rollen gebracht hat, auf die Größe eines Planeten anwachsen wird, der nicht mehr aufzuhalten ist. Diese fatalistische Fügung des Schicksals klingt in "Dune: Part One" inhaltlich zwar zunächst nur an, aber Bilder, Score und Sound machen schon unmissverständlich deutlich, dass uns in "Part Two" Großes erwartet. Und ich bete zu Shai Hulud, dass auf das Klopfen auch der Wurm folgt. Denn, wer das Buch gelesen hat weiß: Das hier war erst nur das Klopfen.

joshinsky liked these reviews

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