Jesse Stone: Sea Change

Jesse Stone: Sea Change ★★★★

Jesse Stone ist immer noch am Saufen. Seine Ex-Frau will nicht mehr mit ihm telefonieren und in Paradise gibt's außer Strafzetteln für falsches Parken und tollwütigen Skunks nichts für die Polizei zu tun. Da empfiehlt Stones Shrink ihm, sich eine Aufgabe zu suchen. Also buddelt der Kleinstadt-Bulle im wahrsten Sinne des Wortes einen alten Fall aus.
SEA CHANGE ist das bisherige Highlight der rundherum tollen Jesse-Stone-Serie. Selleck ist endgültig in seiner Rolle angekommen und spielt eine auf dem Papier eigentlich simple Rolle ungeheuer komplex und nuanciert; dementsprechend verdient gewann er für diesen Teil den Emmy als bester Hauptdarsteller. Die knochentrockenen Running Gags sind ebenso etabliert wie die vertrauten Nebenfiguren, die sich hier sogar weiterentwickeln dürfen: Molly (Viola Davis) ist schwanger und wird von ihrer etwas eingerosteten Vorgängerin (Kathy Burke) ersetzt; der Geldwäsche-Anwalt Hasty (Saul Rubinek) hilft Stone vom Knast aus auf die Sprünge und Deputy Suitcase (Kool Sudduth, was für ein Name) kehrt mit einem wundersamen sechsten Sinn aus dem Koma zurück.
Kamera, Regie (wieder Robert Harmon), Musik, Atmosphäre, alles ist stimmig, melancholisch und düster und doch gleichzeitig warmherzig und mit humorigen Spitzen durchsetzt. Der spannende und geheimnisvolle Fall wird mit stark besetzten Nebenrollen (Sean Young, William Sadler, Rebecca Pidgeon) geadelt und stellt Stone vor neue Konflikte. Daß am Ende wieder die Pistolen sprechen, fühlt sich zwar eher pflichtschuldig als zwingend an, tut diesem absolut großartigen Stück Krimiunterhaltung aber keinen Abbruch.