Nightlife ★½

"Nightlife" ist so ein Film, bei dem man eigentlich schon nach dem ersten Trailer alles weiß - vor allem aber, was man erwarten kann und zu erwarten hat.

Zumindest von diesem Standpunkt aus überrascht Simon Verhoevens neues Werk etwas, denn es ist tatsächlich noch ein ganzes Stück weniger, als die eh schon lockere wenn auch belanglose Rom-Com-Stimmung des Trailers zu versprechen versucht.

Dabei muss ein solcher Streifen (zumindest in Deutschland) gar nicht so viel leisten: bekannter Cast, solide Figuren, verständliche Inszenierung, lockerer Humor...

Der Cast funktioniert hier zu zwei Drittel, denn während Frederick Lau und Elyas M'Barek eine gewisse Chemie haben, fällt es Palina Rojinski trotz aller Sympathie schwer, nur einen Satz authentisch und gut geschauspielert über die Lippen zu bringen.

Das mag auch an den Dialogen liegen, denn diese wirken nicht nur völlig forciert, das titelgebende Nachtleben in größtmöglicher Quantität dem Zuschauer entgegen zu rufen, sie müssen hier immer wieder für die Exposition der Figuren und die Wiedergabe von deren Gefühlen herhalten. In dieser Form spricht niemand im realen Leben, so sprechen nur Milo, Renzo und Sunny, da es Verhoeven nicht schafft, zu inszenieren statt zu erzählen.

In diese Reihe der Drehbuchprobleme reiht sich dann wenig überraschend auch ein, dass die Handlung nicht aufeinander aufbaut, sondern vielmehr von glücklichem Zufall zu noch glücklicherem Zwischenfall springt.

Bezeichnenderweise funktioniert der Humor auch nur dann, wenn der Streifen bewusst jede Ernsthaftigkeit über Bord wirft und einmal vernünftig von den plakativen Nebenfiguren Gebrauch macht.

So ist "Nightlife" am Ende ein ganz schwacher, kaum vorhandener Versuch, dem Genre etwas Neues abzugewinnen, was allerdings am äußerst uninspirierten Drehbuch und einer schwachen Darstellerin scheitert. Vielleicht auch, weil das vielbeschworene Nachtleben für den Film gar nicht von Relevanz ist.