Nocturama

Nocturama ★★★★

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Sogenannte Tracking Shots werfen immer die Frage auf, was passieren wird. Die unglaublich lange Anfangssequenz von “Nocturama” weist allerdings dermaßen viele solcher Kamerafahrten auf, dass neben einer stets zunehmenden Spannung des ungewiss in der Luft Hängenden auch der Prozess der jungen Protagonisten in den Fokus gerückt wird. Die Handlung, wenn man sie so nennen mag, verweilt nach der Ausführung des Bombenanschlags zum Großteil im Kaufhaus, das gleichermaßen Zufluchtsort und Spielplatz wird. Da die Motive der Gruppe nie explizit erwähnt werden, verschiebt sich das Augenmerk eher auf die Unvermeidbarkeit der Tragödie, die folgt, als jegliche Figuren, als Staatsfeinde deklariert, gnadenlos niedergeschossen werden. Die Stärke des Films liegt im formalen Aufbau von Spannung sowie dem ausgekosteten Setting und den beobachteten Charakteren, die Themen und Aspekte um Gewalt, Systemkritik, Konsum, Ästhetik und eine verlorene Jugend fügen sich aber schließlich nicht ganz schlüssig genug zusammen. Dafür gibt es guten Musikeinsatz und einen Kurzauftritt von Adèle Haenel.

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