Eight Hours of Terror ★★★★

Das ist wie in einem Western bemerken gleich zwei Figuren recht früh in „Eight Hours Of Terror“, doch statt der Postkutsche (John Fords „Stagecoach“ dürfte unter anderem Pate gestanden haben), ist es ein alter klappriger Bus, der hier durch eine japanische Berglandschaft tuckert. Und die Western-Elemente werden mit viel Comedy und klaren Spitzen angereichert. Das zeigt sich schon in den ersten Minuten, wenn die Landbevölkerung es sich im Zug für die Übernachtung bequem macht, als dieser aufgrund eines Erdrutsches nicht mehr weiter fahren kann, während die Städter aufgrund unterschiedlichster Termine, die natürlich nicht verpasst werden dürfen, Stress machen, so dass es überhaupt erst zum Ersatztransport in einem alten Bus kommt. Die Fahrt wollen dann nicht mehr alle antreten, als noch die Runde macht, dass Bankräuber sich in den Bergen versteckt halten, durch die der Bus fahren wird. Dass ein Polizist an Bord ist, beruhigt auch kaum, schließlich transportiert er einen Mörder.

Wo die Sympathien von Seijun Suzuki liegen, wird schon bei den ersten Dialogen (zum Beispiel über Gehaltserhöhungen der Bahnarbeiter) klar und ist natürlich ganz offensichtlich, wenn die Fahrt der bunten Gruppe losgeht. Der scheinbar reiche Firmenboss und seine Frau sowie ein sich für etwas Besseres haltender Vertreter für Damenunterwäsche spucken zwar die größten Töne, sind aber natürlich die jämmerlichsten Feiglinge, während am Ende wenig überraschend der Mörder, eine Prostituierte, der alte Busfahrer, zwei kommunistische Studenten (die aber auch nicht nur positiv gezeichnet werden) und ein junger Liebhaber zu Helden werden. Dass die Banditen natürlich auch irgendwann – wie zu erwarten ist - wirklich den Weg der Buspassagiere kreuzen, hätte es dabei gar nicht gebraucht. Ich finde vor allem den ersten Teil brillant, wenn in dem übervollen Bus bei jeder kleinen Sache am Wegesrand Panik ausbricht, weil ein Hinterhalt der Banditen vermutet wird. Später bewegt sich „Eight Hours Of Terror“ dann stärker auf typischen Genre-Pfaden, bleibt aber trotzdem spannend.

Teil des #Japanuary2019