Dune

Dune ★★★★½

Nach Alejandro Jodorowsky und David Lynch versucht sich nun Denis Villeneuve an Dune. Ich kenne nur die Geschichte des ersten gescheiterten Versuchs, der durch seine Einflüsse filmhistorisch noch interessant ist, und Lynchs Interpretation. Die Buchvorlage von Frank Herbert habe ich nie gelesen.

Das Haus Atreides wird Opfer einer politischen Intrige und gerät auf Arakis in einen Hinterhalt der verfeindeten Harkonnen. Dabei ist der Wüstenplanet für das Universum von besonderer Bedeutung, denn nur dort wird die für die Navigation durch das Weltall notwendige Droge Spice gewonnen. Allein Paul, der Sohn des Herzogs Atreides, und seine Mutter überleben und schließen sich den heimischen Fremen an, die in ihm einen messiasgleichen Befreier von der Fremdherrschaft halten.

Dabei setzt Villeneuve klare Akzente in der Figur des Paul Atreides (Timothée Chalamet) und den damit verbundenen religiös-mystizistischen Elementen. Der Mut zur Lücke funktioniert gut, denn die Hintergrundwelt ist greifbar, ohne dass wichtige Aspekte wie die Unterdrückung der Fremen oder die Ausbeutung von Arakis langatmig erklärt werden müssen. Gleichzeitig vermeidet der Film überlange Actionsequenzen, die in vielen Filmen meistens schnell an Spannung verlieren und als reine Zeitfüller bedeutungslos wirken.

Neben Chalamet brillieren eigentlich alle Darsteller in ihren Rollen, auch wie klein die reine Spielzeit ausfällt, allen voran Oscar Isaac als pflichtbewusster Herzog Atreides, Rebecca Ferguson als seine Ehefrau und Mitglied einer mystischen Schwesterschaft, Stellan Skarsgard als Baron Harkonnen und Javier Bardem als Anführer der Fremen.

Was denn Film aber großartig macht ist das audio-visuelles Erlebnis. Eindrucksvoll bohrt sich die Filmmusik in das Bewusstsein und die Bilder reichen von atemberaubender Schönheit bis zu apokalyptischen Untergangsphantasien. Eben einer jener Filme, die man im Kino sehen muss.

Lynch scheiterte damals damit, die komplexe Handlung in einen einzigen Film zu pressen. Villeneuve erzählt in seiner Adaption nur den ersten Teil der Geschichte. Nicht dies, sondern das Fehlen eines zweiten Teils trüben meine Freude über diesen Film.

Darf Villeneuve die Geschichte mit einem zweiten Film abschließen, haben wir hier ein Epos, das sich von der Originaltrilogie von Star Wars und dem Herr der Ringe nicht verstecken muss.

Kealohilani liked these reviews

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