The Bodyguard ★★

#Japanuary 2020 - Nr. 1

Funfact: Eine Zeitlang war es auf dem Times Square wohl üblich, eine bestimmte Menge an Drogen als "Chiba" zu bezeichnen, als Hommage an den Star solch brutaler Werke wie "The Street Fighter".

Dass er als eine Art legitimer Nachfolger von Bruce Lee angesehen wird, ist gleich in den ersten fünf Minuten klar, als zwei Leute, die im übrigen nie wieder zu sehen sein werden, in einem Kampf gegeneinander klären wollen, wer der Größte ist, Bruce Lee oder Sonny Chiba? Im Hintergrund hängt das Filmplakat zu "Goodbye, Bruce Lee"! Lässt sich vielversprechend an.

Sonny Chiba spielt dann...Sonny Chiba! Er tritt hier mit seinem eigenen Namen auf. Aber das kann man sich erlauben, wenn im Trailer (und auch im Film selbst) eine Gruppe männlicher Stimmen immer ekstatischer "Viva Chiba!" skandiert. Da schwellen die Eier halt auf Medizinballgröße an und man verkündet auf einer internationalen Pressekonferenz, man würde jetzt den lokalen japanischen Drogenhandel aufmischen. Wer ihm helfen kann, der solle ihn als Bodyguard engagieren. Dann köpft er mittels Handkantenschlag eine Colaflasche.

Um in die richtige Stimmung zu kommen, kriegt man nun gut zehn Minuten geboten, wofür man hier ist. Eine Portion Schmierigkeit, Machismus im Endstadium, Killer die aus einem Sofa kommen, abgetrennte Arme, hervortretende Knochen...man will applaudieren. Und dann...

...fallen die Hände erschöpft auf den Sessel, denn der Film wird langweilig. Ab jetzt fahren Chiba und seine Auftraggeberin durch die Gegend, lauter Leute machen irgendwas, nur nichts interessantes. Alle möchten sie Drogen haben, die irgendwo verschütt gegangen sind. Meinen Segen haben sie, aber nicht Chibas. Der will noch immer Schluss im Quadrat machen. Macht er aber über lange Zeit einfach nicht. Und dieses Nichts ist nicht einmal sonderlich ansprechend inszeniert.

Am Ende, die letzten fünf Minuten, da wird noch einmal von Schrittempo auf Normalgeschwindigkeit geschaltet, aber der Exploitation-Overdrive des Beginns wird leider auch nicht erreicht. Dafür gibt es Anleihen an den Italowestern. Reicht nur nicht. Schade.

PS: Das Bibelzitat aus "Pulp Fiction" stammt, überarbeitet, aus diesem Film