The World of Kanako ★★★½

#Japanuary 2020 - Nr. 2

War der vom gleichen Regisseur gedrehte "Confessions" schon kein Film, der einem für den romantischen Abend die benötigte gute Laune verschafft, sorgt dieser Film nun dafür, dass man sich danach gegenseitig versichert, es wäre für alle wohl das Beste, man sähe sich nie wieder.

Es gibt hier keine Sympathieträger, diejenigen, die dazu noch dienen könnten, sind einfach arme Schweine, für die man Mitleid empfindet. Der Hauptprotagonist versucht seine Frau zu töten, versinkt danach im Selbstmitleid und nutzt die Gelegenheit auf schreckliche Weise aus, wenn seine Exfrau ihn um Hilfe bei der Suche nach der gemeinsamen Tochter bittet. Die Tochter, titelgebene Kanako...ich erzähl schon zu viel.

Was der Film zeigt, wenngleich das nicht die neueste Erkenntnis ist, Gewalt, die hat den unangenehmen Nebeneffekt, dass sie nicht einfach so 'stillhält', die bewegt sich weiter, wie eine unaufhörliche Lawine, die alles mitreisst und weitere Lawinen erzeugen kann, die woanders alles zerstören, bis am Ende nichts mehr übrig ist.

Das hier ist die Matrjoschka des Elends. Immer wenn ich dachte, jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht, ha ha...nein. Da geht es noch viiiiel tiefer in die Niederungen der Existenz. Die Machart des Films strahlt dabei kühle Eleganz aus, in die dann aber das (bunte blutige) Chaos einbricht.

Und es ist dieses Chaos, das mir den Film jetzt nicht verdirbt, aber irgendwann war ich doch dabei zu denken, dass dieser Handlungsstrang jetzt vielleicht doch nur dafür da ist, um alles noch etwas komplizierter wirken zu lassen, was die verschiedenen Zeitebenen von sich aus schon ganz gut allein hinbekommen. Und grad gedacht, schwupps, noch eine handlungstechnische Abzweigung genommen.

Das Gemecker soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass "The World of Kanako" ein wunderschöner Film über sehr hässliche Dinge ist.