Star Trek Beyond

Star Trek Beyond

Eine kurze Sammlung von Vignetten aus dem Sternenflotten-Alltag erinnert daran, wie interessant das Szenario eigentlich ist: Eine Forschungsreise ins Unbekannte, Lagerkoller, der fliegende Wechsel zwischen zermürbender Routine und Ausnahemezustand.

Als Serie mit Höhen und Tiefen könnte das funktionieren, der Cast ist durchweg sympathisch. Doch dann beginnen die Explosionen, schlucken die Figuren und geben sie nicht mehr her, wie zornige CGI-Wölfe, die Menschen auf Plotknochen herunternagen. Die Actionszenen sind vollkommen belanglos: Der Wunsch, einfach den Saal zu verlassen, ist als Gegenspieler präsenter als Idris Elba in der Rolle als "Austauschbarer Latexgnom Nummer 461".

Erst zum Ende hin kristallisiert sich plötzlich so etwas wie ein Gedanke aus dem Handlungsstrom: Es herrscht ein Krieg um das Herz der Förderation, die hier auf einmal an die Nato erinnert. Die Splitter der alten Ordnung sitzen tief. Die großen Schlachten der Vergangenheit sind geschlagen, man ist auf der Suche nach einer neuen Identität. Sie könnte kriegerisch sein, im Herz ein ewiger kalter Krieg, oder eben auf Kooperation und Austausch bedacht.

Doch in dieser neuen Welt von Star Trek, in der man schon *immer* im Krieg mit Ostasien bzw. Stachelgesichts-Schurken war, ist diese Entscheidung keine. Man kämpft ja sowieso, in Schlachtschiffen, die wohlmöglich von der durch den im Grab rotierenden Roddenberry erzeugten Energie angetrieben werden.

Eigentlich sollte dessen Ursprungsvision heute weitestgehend gleichültig sein, aber der Film sucht permanenten den Verweis in die Vergangenheit. Wenn eine neue Besatzung in einem alten Schiff herumfliegt, ist der Film ganz bei sich. Wehemütig denken Charaktere an eine andere Zeit zurück, von denen das Drehbuch eigentlich die Suche nach einem neuen, eigenen Weg fordert.

Der stärkste Moment ist einer, in dem eine der Figuren tatsächlich loslässt, die Schwerkraft der Vergangenheit wie eine Nabelschnur abtrennt und in eine hoffnungsvolle Zukunft entkommt. "Star Trek Beyond" gelingt das nie.