The World of Kanako

The World of Kanako ★★★★

Was für ein fieser Film... Nach rund 60/70 Minuten - in denen ein verwahrloster wie verwirrter Oldboy seine Tochter sucht - hab ich mich ernsthaft fragen müssen: wie kaputt kann's noch werden? In den noch folgenden 40 Minuten sollte ich die Antwort kriegen: eine ganze Menge. Denn die Welt von Kanako kennt keine Gnade mit den Unschuldigen. Sie werden von ihr aufgesaugt, bespaßt, berauscht, ruiniert, zerstört und zersetzt. Das Ergebnis ist ein Runterzieher, in dem die nächste Generation von Takashi Miikes "Fudoh", fehlgeleitete Cops, einer der schlimmsten Filmpapas aller Zeiten und die noch schlimmere Halbschwester von Gogo Yubari aufeinander klatschen und jeden mit in den Abgrund ziehen, der das Pech hatte, ihre Wege zu kreuzen. Doch so wild die Figurenkonstellation, so wild ist auch die Erzählweise dieses Films. Und Letzteres kann schon an die Nerven gehen. Viele verwackelte Closeups, eine generell gerne mal nervöse Kamera, kurze, fragmentarische, Splitter-artige Zeitsprünge und diverse grell-stressige Dub/Drumstep-Montagen mit kleinen Animations-Einschüben, in denen sich japanische Kids mit Drogen voll ballern: das alles macht ein einfaches Anschauen schwer. Aber das war wohl auch die Absicht der Inszenierung. Trotzdem bleiben in dem abgründigen Rausch, der sich parallel dazu durch die Plattenkisten von Tarantino und Rodriguez arbeitet, einige Infos auf der Stecke, die die Sache für mich noch runder gemacht hätten. Egal, ich musste auf dem Gesehenen erstmal 'ne Nacht rumdenken. Und das kann nur für dieses Teenage Wasteland sprechen. Ich wiederhole mich: ein fieser (und anstrengender) Film.