Dead Man ★★★

"Sometimes it is preferable not to travel with a dead man."

Das sind die verheißungsvollen Worte, mit denen der Film beginnt. Der tote Mann ist in diesem Fall ein von Johnny Depp verkörperter Buchhälter, der sich im Wilden Westen auf eine spirituelle Reise begibt, nachdem ihn eine Kugel direkt neben sein Herz getroffen und ihn so zu einem wandelnden Toten gemacht hat. Auf seinem Weg erfährt er die Kultur der Native Americans auf sehr besondere Art und findet seine vermeintliche Bestimmung.

Auf eine derartige Sinnsuche begibt sich aber auch unweigerlich der Zuschauer bei der Betrachtung des von Autorenfilmer Jim Jarmusch inszenierten Werkes. Seinem mythologischer Western, der nach eigener Aussage kein richtiger Western ist, fehlt nämlich der erzählerische Kern. Zwar lassen sich immer wieder viele Gedanken und Motive wiederfinden, die interessante Blicke auf die Industrialisierung, den Einklang mit der Natur, den Tod und Legenden im Allgemeinen werfen, letztlich fehlt diesen einzelnen Symbolen aber ein geschlossener erzählerischer Rahmen, der ihnen einen höheren Sinn verleiht.

Was bleibt sind wunderschön gestaltete Schwarz-Weiß-Bilder, ein experimenteller, aber durchaus passender Soundtrack und die soliden Performances der Schauspieler. Der Film entfaltet eine beruhigende, fast schon meditative Atmosphäre, die ihn mühelos über seine Zwei Stunden-Laufzeit trägt. Nach dem Abspann ist "Dead Man" allerdings dann viel zu schnell wieder aus dem Bewusstsein verschwunden. Im Endeffekt also eine vergebliche Sinnsuche.