Star Wars: The Rise of Skywalker

Star Wars: The Rise of Skywalker ★½

This review may contain spoilers. I can handle the truth.

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Achtung, die folgenden Worte spiegeln nur meine eigene Meinung wieder, niemand muss sich auf den Schlips getreten fühlen.

Ich lege direkt mit Spoilern los, denn ich habe keine Lust lange drumherum zu reden. "Rise of Skywalker" ist eine Katastrophe von vorne bis hinten. Endgültig offenbart sich, was von Anfang an nie ein Geheimnis war und oftmals offen kommuniziert wurde. Disney hatte keinen konkreten Plan, wie diese Trilogie zu Ende gehen soll. Dafür ist nicht nur allein Abrams verantwortlich, sondern alle Beteiligten, die in den letzten Jahren an diesen Filmen halbherzig gearbeitet haben. Abrams hetzt von der ersten Sekunde an durch den Film, gönnt weder dem Zuschauer, noch seinen Charakteren eine Pause. Oberflächlich wird nochmal alles abgearbeitet, was noch zu erledigen ist. Vieles wird fallen gelassen oder halbgar zu Ende erzählt. Palpatine hat überlebt. Er war es die ganze Zeit. Snoke, auch der war er. Snoke war nur ein Klon, es gibt ihn mehrfach, aha. Kylo Ren gibt in diesem Film gefühlt sowieso keinen Scheiß mehr auf irgendwas. Palpatines Motive wechseln ebenso sprunghaft. Poe Dameron ist konstant genervt von allem und jedem, C3PO nervt, Finn schreit eigentlich nur Charaktere an und ist auch sonst das fünfte Rad am Wagen. Rey's Fähigkeiten sind nie wirklich klar definiert, eigentlich kann sie alles, wenn es das Drehbuch gerade erfordert. Als Erklärung liefert man, dass sie die Enkelin von Palpatine ist. Es wäre wohl auch zu viel verlangt, wenn man es einfach dabei belassen hätte, dass sie eine ganz gewöhnliche Person, ohne prominente Vorfahren, ist. Carrie Fischer's Tod ist tragisch und wer weiß, welch wichtige Rolle sie gespielt hätte, wenn sie noch am Leben gewesen wäre. So fühlen sich ihre nicht verwendeten Szenen aus "Force Awakens" ziemlich unorganisch und überflüssig an. Wäre sie doch nur in "Last Jedi" gestorben. Aber - no one's ever really gone!
Die neuen Charaktere - geschenkt. Man schafft es ja nicht mal den alten Charakteren, die man kaum etabliert hat, Substanz zu geben. Maz Kanata, Rose und wer erinnert sich nicht an den glorreichen General Jux? Weil ein sinnloser General nicht reicht, stellt man ihm noch Richard E. Grant zur Seite. General Jux stellt sich später als Verräter heraus, damit man ihm endlich den Gnadenschuss verpassen darf. Was für eine tragische Figur. Der interessanteste Charakter bleibt Kylo Ren. Aber selbst der kann hier nicht wirklich glänzen. Palpatine bleibt ebenso blass (im wahrsten Sinne des Wortes), auch wenn Ian McDiarmid mit seiner unvergleichlichen Präsenz alles Mögliche versucht. Optisch wird einem hier wenig geboten, oftmals ist es dunkel, die Action Choreographien sind öde, der große Kampf auf dem zerstören Todestern.... hässlich. Da hatte das Wald-Setting in "Force Awakens" weitaus mehr Spannung geboten. Am besten war noch Palpatines neues Heim, wobei auch dort nur gnadenlose Dunkelheit herrscht. Die Dialoge sind grauenhaft, bei den Witzen hat man sich endgültig Marvel angepasst und auch das Schauspiel, von praktisch allen Beteiligten, lässt zu wünschen übrig. Aber wer kann bei diesem Script überhaupt glänzen? Niemand. Han Solo und Luke tauchen auch noch kurz auf, weil - no one's ever really gone!-

Die Knights of Ren sind im übrigen auch völlig belanglos und enden letztlich als Buffet für Kylo Ren selbst.
Es gibt eine Sache, die mir richtig gut gefallen hat. Die Musik von John Williams, die konstant großartig ist und mich sehr berührt hat.
Ansonsten bleibt nichts übrig, nichts bleibt hängen, nichts bleibt in Erinnerung. Das Finale ist zwar laut und vollgepackt, aber innerlich total leer. Der finale Shot kommt einem bekannt vor, wie so vieles hier. Man kann "Rise of Skywalker" dabei durchaus ankreiden, eine leichte Kopie von "Return of the Jedi" zu sein.
Aber meine Enttäuschung ist nicht mal wirklich groß. Hoffnungen hatte ich schon lange nicht mehr, wirklich euphorisch war niemand, selbst Abrams gab offen zu, zu wenig Zeit gehabt zu haben. Und man merkt es zu jeder Sekunde. "Rise of Skywalker" hat weder Herz noch Seele, und letztendlich auch keine klare Vision. Wie die gesamte Trilogie. Versatzstücke haben Spaß gemacht, es gab tolle Einzelkomponenten in der Trilogie, aber das Gesamtpaket ist schlicht beschissen und ärgerlich.

Marc liked these reviews