Bad Luck Banging or Loony Porn

Bad Luck Banging or Loony Porn ★★★

Ein Film der Gegensätze. Er ist auf eine charmante Weise sicher einer der aktuellsten Filme zur Zeit. Die Pandemie und die moderne Gesellschaft werden mit einer angenehmen Beiläufigkeit thematisiert, was ihm langfristig gesehen die Zeitlosigkeit nehmen wird, doch im hier und jetzt funktioniert. Auf der anderen Seite nimmt sich der Film den ganzen zweiten Akt raus um uns auf schon fast stupide Art und weise ein Lexikon vorzulesen. Was im ersten Moment auch interessant wirkt, weil anders, doch kommt es hier im Endeffekt auf 3-4 Begriffe an mit denen der Film seine vulgäre Art unterstreichen möchte. Hätte man sich auf diese beschränkt, hätte man den gleichen Effekt gehabt, hätte das plakative nicht so untermauert und hätte uns in erster Linie nicht so unglaublich gelangweilt. 

Der größte und interessanteste Kontrast welcher uns gezeigt wird, ist aber der, zwischen dem vulgären und dem prüden. Wir sehen eine ungewöhnlich akribische Darstellung eines Pornos, welcher nicht erotisieren soll, sondern zum Objekt der Analyse wird. Wo der Kontrast entsteht, die Sexualität, die für die meisten ein extrem privates Thema ist, öffentlich zu diskutieren und analysieren war doch sehr spannend und durch das scheinheilig ablehnende, sicher auch sehr treffend. Der Film entscheidet sich dann aus dieser Diskussion eine Komödie zu machen, was es einfacher konsumieren lässt, doch dem Diskurs sicher auch Wind aus den Segeln nimmt. Genauso wie die zusätzlich kurz angeschnittenen neuen Streitthemen die ein Teil dieser Diskussion werden und den Fokus zwischenzeitlich leider verschieben.
Auch technisch ist der Film ein kleiner Widerspruch, die Kamera bewegt sich teilweise wunderbar ruhig und angenehm folgend, nur um dann diese Ruhe durch wirklich schlechte Zoom Aufnahmen zu stören.

Ein Film der nachdenken lässt, doch langfristig gesehen nur der Porno sein wird, zu dem wir Popcorn gegessen haben.

Paul liked these reviews