Radiance ★★

Japanuary 2019 #1

Los geht's mit dem ersten Film für den Japanuary:
Radiance von Naomi Kawase habe ich deshalb ausgewählt, weil ich wenigstens einen Film von einer Regisseurin behandeln wollte und mich an die Cannes-Nominierung erinnerte.

Die junge Misako (Ayame Misaki) schreibt Hörfassungen für Kinofilme. Obwohl sie sich viel Mühe bei deren Umsetzung gibt, kann sie das Testpublikum ihres aktuellen Auftrages nicht vollends überzeugen. Vor allem mit Masaya Nakamori (Masatoshi Nagase), einem nahezu blinden Fotografen, kommt es zu einigen Disputen. Die anfängliche Ablehnung schlägt aber bald in etwas Gegenteiliges um.

Insgesamt hat man das Gefühl, dass das Potential von Radiance nicht vollends ausgeschöpft wird: Zwar behandelt der Film vielversprechende Themen wie Zuversicht und Mitgefühl, die Umsetzung fällt teilweise leider etwas schwächer aus. Gerade die Kameraführung und den Schnitt fand ich sehr konfus und oftmals übertrieben, gerade was die suggerierte Unruhe betrifft. Auch die eingeflochtenen Selbstreferenzen in puncto Audiokommentare erscheinen mit der Zeit eher anstrengend. Die letzte halbe Stunde überzeugen dann von der stilistischen Umsetzung wieder mehr.

Der Regisseur des von Misako bearbeiteten Filmes meint einmal, dass ihre imposant ausformulierten Audiokommentare die Tiefgründigkeit seines Films zerstören, was auch als übergeordnetes Sinnbild für Radiance gesehen werden kann: Naomi Kawase konzentriert sich zu stark darauf, ein möglichst vielschichtiges Drama zu produzieren, was vor allem auch anhand des Skripts deutlich wird, das wichtiger wirken will, als es letztendlich ist.