Dune

Dune ★★★★

Das ist erst der Anfang...

Um mit der Tür gleich ins Haus zu fallen: Dune ist nicht das erhoffte Meisterwerk! Und wenn wir ehrlich sind, konnte er das eigentlich auch nie wirklich sein! Beim Namen Denis Villeneuve sind die Erwartungen automatisch sehr hoch. Bei mir hat er sich mit einem der besten Filme aller Zeiten zu einem der hochgeschätztesten Regisseure gemausert! Die Rede ist natürlich von Blade Runner 2049!!! Ein Projekt das eigentlich zum Scheitern verurteilt war, wie so viele andere Fortsetzungen die nach Jahrzehnten im Kino erscheinen. Stattdessen war Blade Runner 2049 eine logische Weiterführung all dessen was der Vorgänger bot. In sich die reine Perfektion. Das Villeneuve also Scifi kann dürfte da allen klar geworden sein. Als die Nachricht eintraf dass dieser Mann einer der grössten Scifi Romanreihen überhaupt verfilmen würde, waren alle dem Hype verfallen...mich eingeschlossen. Und obwohl wir nicht die Offenbarung erhalten haben, wie wir sie uns vielleicht gewünscht hätten, bin ich doch mehr als zufrieden mit dem Endergebnis...

Um es ganz einfach auszudrücken: Dune kann kein Meisterwerk sein, weil es gar nicht vollendet ist. Dune ist ein Auftakt einer riesigen Geschichte! Und dabei nimmt sich Villeneuve Zeit, verdammt viel Zeit. Dieser erste Film behandelt nur ungefähr die erste Hälfte des ersten Romans. Und das ist gut so. Obwohl ich die Bücher niemals gelesen habe, führt Villeneuve selbst den ahnungslosen Zuschauer stilsicher durch die Geschichte und die Welten. Dadurch fühlt man sich niemals verloren oder gar überfordert. Das war nämlich durchaus eine kleine Sorge von mir.

Villeneuve's Dune überzeugt in erster Linie trotzdem durch seinen Bombast! Riesige Raumschiffe, noch grössere Würmer und eine endlose Wüste. Diese Bilder sind einzig und alleine fürs Kino gemacht. Wer hier wieder auf den Heimrelease wartet, wird es am Ende bitter bereuen!

Leider ist die Visualität nicht immer ganz so stilsicher. Im Grunde genommen wirkt vieles sehr leer und kalt, was durchaus auch bei Blade Runner 2049 der Fall war. ABER und das ist eben der grosse Unterschied: Roger Deakins hat die Sets mit Leben gefüllt. Die Spielereien mit Licht und Farbe machen den Film so stark. Davon fehlt in Dune leider jede Spur. Der Film sieht keinesfalls schlecht aus. Ganz im Gegenteil, er zeichnet einige wirklich beeindruckende Bilder auf die Leinwand. Aber er sieht eben auch nicht so gut aus wie er es hätte können. Dadurch wirken die Umgebungen manchmal einfach ein wenig zu trostlos und unberührt.

Dafür gefiel mir das schlichte Design der Kleidung. Ob Alltagskleidung oder Rüstungen. Hier findet man keinen Prunk oder Protz. Gerade die Umstände auf dem Wüstenplaneten lassen so ein Design ohnehin nicht zu. Alles wirkt recht funktional und dem Stand entsprechend. Nicht mehr und nicht weniger.

Jedoch waren wiederum die darstellerischen Leistungen etwas enttäuschend. Trotz grossen Namen wie Oscar Isaac, Rebecca Ferguson, Josh Brolin, Stellan Skarsgård, Dave Bautista und auch Zendaya fehlt ein wenig die Emotionalität. Selbst der von mir viel gelobte und oftmals herausragende Timothée Chalamet setzt hier stets den gleichen Gesichtsausdruck auf. Einzig und allein Jason Momoa darf gut gelaunt und heroisch durch die Gegend hüpfen. Schade, denn jeder einzelne von ihnen hat weitaus mehr zu bieten als man hier zu sehen bekommt!

Dafür war der Soundtrack ein einziges Highlight für mich und definitiv das Beste an dem Film. Hans Zimmer kreierte hier ein enorm kraftvolles Werk. Die Musik ist die perfekte Verkörperung des Wüstenplaneten. Roh, gewaltig und nicht kontrollierbar. Eine einzige Wucht und für mich wohl in den Top 5 seiner Soundtracks!

Überraschenderweise mochte die Action dann nicht ganz so überzeugen. Diese kommt nicht nur kaum vor, sondern ist auch viel zu zahm. Der Kampf am Ende wirkte hierbei schon fast ein wenig lächerlich. Gut choreografierte Kämpfe vermitteln die momentanen Emotionen der Kämpfenden. Das es hier um Leben und Tod geht scheint so gar nicht hindurch. Vielleicht wollte man aber diese Emotionslosigkeit auch bewusst so vermitteln. Denn egal ob Darsteller, Design oder Kämpfe, alles wirkt extrem kühl und clean. Das ist auch allgemein ein wenig das Problem des Films. Alles wirkt als hätte man eine Strichliste abgehackt. Dadurch macht der Film grundsätzlich nicht wirklich was verkehrt, aber der richtige Überraschungseffekt bleibt eben genau so auf der Strecke.

Dune wirkt am Ende wie der Vorspanntext bei Star Wars. Die Ausgangssituation wurde geklärt. Jetzt geht es erst richtig los...nur leider endet der Film genau an dieser Stelle! Ich denke wenn es nach Villeneuve gegangen wäre, hätte er einfach einen einzigen riesigen Film veröffentlicht. Deshalb finde ich es auch schwer diesen ersten Part zu bewerten. Denn ich denke Dune kann man letztlich nur in seiner Gesamtheit bewerten. Und sollte Villeneuve seine Visionen umsetzen können, was ich doch sehr hoffe, dann bin ich mir sicher wird er eine Filmreihe kreieren über die wir auch noch Jahrzehnte später sprechen werden. Dune könnte sich durchaus neben Der Herr der Ringe, Star Wars und auch Harry Potter einreihen. Nach diesem Auftakt ist das Potenzial da und die Erwartungen umso grösser!

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