Manderlay

Manderlay ★★★½

Der Mensch ist inhärent Böse – oder zumindest nicht zu Gutem in der Lage. Er missbraucht die Demokratie zur Legitimation des ihm inhärent Bösen und Lossagung von individueller Schuld. Er verkennt zuerst und bedient sich später der Verzahnung von Kapitalismus und Rassismus. Aufstieg ist zwingend mit Unterdrückung anderer verbunden. Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier, die unverkennbar nicht unerhebliche Teile ihres Fundaments mit unserer teilt.

Da MANDERLAY jedoch explizit als Fortsetzung zu DOGVILLE angelegt ist, muss sich der Film durchaus die Frage gefallen lassen, ob er auch abseits seiner inneren Logik als solche Funktioniert. Und die Antwort darauf ist ganz klar: Jein. Zwar zeichnet von Trier konsequent weiter, wie sich das Böse™ aus DOGVILLE auch in MANDERLAY durch alles durchfrisst und der Abgrund unter der Protagonistin immer weiter aufgeht. Gleichzeitig scheint vom Trauma des in der Zeitlinie des Films kurz zuvor geschehenen Vorgängers gar nicht so viel übrig zu sein. Es scheint fast so, als ob die Hauptfigur unter Spontanamnesie leidet.

Block or Report