The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe

The Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch and the Wardrobe

Hohe Ansprüche hatte ich wirklich nicht. Eigentlich wollte ich nur Tilda Swinton sehen. Aber das hat letztlich auch nicht sonderlich viel geholfen. Klar wird hier eine Geschichte klar für Kinder inszeniert. Gerade deshalb halte ich meine Kritik jedoch für absolut notwendig. Denn welche aus der Zeit gefallenen Rollenbilder und fragwürdige Moral der Film auffährt, ist niederträchtig.

Während die Jungs schön martialisch Ritter spielen und in die blutige Schlacht ziehen, gehen die Mädchen in den Wald, um dem Löwen beim Sterben zuzuschauen. Dafür, dass die Jüngste die Tür zu Narnia überhaupt erst für ihre Geschwister aufgestoßen hat, scheint sie schnell keine sonderlich wichtige Rolle mehr zu spielen. Und mit was für einem Beispiel geht der Löwe überhaupt voran? Sich im Zweifelsfall für Familie und/oder Freund*innen abschlachten zu lassen ist doch archaischer und mit absolut falscher Ehre besetzter Quatsch.

Der absolut beschränkte Horizont des Films wird dann noch passend formal unterstrichen. Die Totalen im Film lassen sich an einer Hand abzählen, alles ist unglaublich nah dran – und zwar, weil sehr offensichtlich kaschiert werden muss, dass man eben nicht das Effektbudget eines THE LORD OF THE RINGS hat und sich lediglich im Studio mit einer Kulisse kaum größer als der Bildausschnitt befindet. Von einer vermeintlich großen weiten Welt mit uralter Geschichte ist praktisch nie etwas zu spüren.

Schade ist, dass der Schatten des Zweiten Weltkrieges und das anscheinend ungewisse Schicksal des Vaters schnell in Vergessenheit geraten. Das sind Schrecken, die praktisch keine Schatten nach Narnia hinein werfen, obwohl die Mittel des Films wie dafür gemacht sind, beide Welten miteinander zu verschränken und über einen Umgang mit der am Horizont lauernden Finsternis nachzudenken.

Eine Eigenheit des Stoffes möchte ich noch herausstellen: Narnia sieht aus, als ob jemand seine Spielzeugkiste ausgekippt hat und deshalb jetzt die Playmobil-Ritter gegen die Gummifiguren der Zootiere kämpfen müssen. Nur bin ich mir nicht sicher, wie ich das bewerten soll. Einerseits passt das super in die Metapher der von den Kindern zur Flucht aus dem kriegsbestimmten Leben erdachten Fantasiewelt, die eben mit den Spielzeugen bestückt ist, die gerade zur Hand sind. Andererseits nehme ich dem Film nicht ab, sich seiner selbst derart bewusst zu sein, dass dieses (von mir unterstellte) Stilmittel aufgehen kann.

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