Dune

Dune ★★★★

Selten passt ein Schiff, ein Gebäude oder ein Saal in voller Gänze ins Bild. Und wenn, dann scheinen die Figuren so winzig, als könne man sie mit bloßen Finger erdrücken. Dune ist ein mächtiges Werk und trotz seines gelungenen Worldbuildings auch ein Film mit Leere, in welcher jede noch so kleine Emotion großen Wirken hat. Chalamet und Ferguson wissen darum und spielen bravourös danach. Doch in der Hülle und Fülle an Charakteren und Parteien müssen die Beweg- und Hintergründe anderer Figuren deutliche Abstriche und Zugeständnisse machen. Ebenso wie es die Inszenierung an das Blockbusterkino tut: für Surrealismus oder gar psychedelische Momente ist kein Platz in den weiten Bildern dieses ersten Teils. Dafür aber für gigantische Raumschiffe und die beeindruckendsten außerirdischen Getiere, die ich bisher auf einer Leinwand sehen konnte.

Dune eröffnet eine faszinierende und unter seiner Oberfläche noch viel komplexere und tiefgründigere Welt, in der einige Expositionen beinah zu einfach unterfüttert wirken. Er präsentiert die ersten Funken von etwas spürbar Großem, macht keine Gefangenen wenn es um seinen Bombast geht und dröhnt den Zuschauer*innen über zweieinhalb Stunden eindringlich ins Ohr, bis er gegen Ende über eine Unebenheit stolpert. Auch beim zweiten Mal komme ich nicht umhin zu spüren, wie mich der Bruch und die zwei zusammenhangslosen und zurechtgebogenen Auseinandersetzungen stören. Ich bin froh über das finale Understatement, wäre gern mit dem Anblick des Sandwurms bei Nacht oder den Fremen in den Felsen gegangen, doch die letzten Minuten fühlen sich für mich merklich unpassend an. Nichtsdestotrotz kann ich nicht verneinen, über den Großteil des Films gebannt gewesen zu sein - einen vorläufigen Pluspunkt erhält er, weil ich, einen weiteren Teil sehnlichst herbeihoffend, darauf baue, dass er mit seiner Fortsetzung stimmig verfließt. Dieser Dune hier ist mächtig, für mich aber nicht übermächtig.

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