I Know What You Did Last Summer

I Know What You Did Last Summer ★★★

Irgendwann 1998 oder 1999 hatte ich zwei VHS-Kassetten in meiner damaligen Stammvideothek erstanden. Und bin bis heute über die damalige FSK-Einordnung verwundert. Auf der einen Seite haben wir ALIEN: DIE WIEDERGEBURT, der mit saftigen und blutigen Effekten um sich schmeißt, aufgrund seiner Einordnung ins Science-Fiction-Genre aber ab 16 Jahren freigegeben war. Dennoch war das für mich damals schon nicht ohne, wenn da direkt zu Beginn der Kopf aufgebissen wird. Und dann haben wir zum anderen den fast schon blutleeren ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, der bis auf einen kleinen Hakenmoment nichts an der Genre-typischen Gewalt aufzeigen kann, aber dennoch ab 18 Jahren freigegeben war. Das hat sich mittlerweile verständlicherweise geändert, dennoch beschreibt es den Status des Films bisher ganz gut.

Zu einem guten Slasher gehört eben auch die Befriedigung der Blutlust, die vor allem mit kreativen Kills gestillt werden soll. Davon hat bekommt man im Küsten-Slasher aber nichts zu sehen. Viel mehr versucht Drehbuchautor Kevin Williamson ähnlich wie schon in SCREAM, den Whodunit-Part in den Vordergrund zu rücken. Die Knobelei geht aber feuchtfröhlich in die Hose, da fast schon willkürlich ein Killer in letzter Minute aus dem Hut gezaubert wird. Mitraten ist da nicht, dafür soll aber der Überraschungsmoment sitzen. Ein Vorgehen, dass später die SAW-Reihe perfektioniert hat. Dennoch hat ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST einen besonderen Platz in meinem Horrorfilm-Herzen. Und das vor allem aus nostalgischen Gründen. Denn er war neben SCREAM eben der Teenie-Slasher in meiner Teenie-Zeit. Da spielen ganz viele Erinnerungen mit rein und machen jeden Rewatch für mich zu einer kleinen Zeitreise. Ein gelungenere Slasher ist es aber nicht, wie ich mittlerweile leider feststellen musste.

Blutleer, hanebüchener Whodunit-Part und viel Leerlauf im Slasher-Segment. ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST lebt hauptsächlich von seinem Nostalgie-Faktor und den charismatischen Darstellern.

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